Sind Blogger Informations-Messis die ihre eigenen Blogs und das Internet mit Datenmüll vollstopfen? Diese Frage hat Bernd Overberg vor einiger Zeit auf seinem Blog gestellt. Bernd führt mit dem Stichwort “WordPress Anleitung” auch direkt ein Paradabeispiel zum diesem Thema an. Jeder der schonmal selbstständig an seinem Blog gearbeitet hat wird sich bei Google nach Tricks, Kniffen und Anleitungen für die gewünschten Veränderungen umschauen. Benutzen die allermeisten nun eine Version über 2.7, so findet man bei Google doch noch massenweise Anleitungen zu sehr viel älteren Versionen. Anleitungen die schon ewig unkommentiert auf einem Blog vor sich hingammeln.

Was macht man nun mit alten Blogartikeln? Einfach löschen oder bloß nicht anrühren? Es gibt für beide Ansichten einige Argumente. Um dieses interessante Thema ein wenig zu verbreiten und viele Köpfe darüber nachdenken zu lassen hat Bernd eine kleine Blogparade mit 3 Fragen zum Thema ins Leben gerufen. Und daran möchte ich nun teilnehmen indem ich auf die 3 Fragen antworte.

muell1. Frage: Gibt es ein Haltbarkeitsdatum für Blogbeiträge?
Grundsätzlich: Nein! Ein Haltbarkeitsdatum gibt es nicht. Viele Blogbeiträge sind zeitlos da sie keine News oder Informationen zu aktuellen Dingen enthalten. Blogs in Form von Tagebüchern,  Blogs mit Lyrik/Poesie oder auch ein Rezepteblog haben definitv kein Haltbarkeitsdatum. Bei manchen gesammelten Meisterwerken wäre ein Haltbarkeitsdatum wie eine Kastration. Auf die Frage ob es ein Haltbarkeitsdatum geben sollte muss man natürlich anders antworten. Für sehr viele Artikel sollte es ein Verfallsdatum geben, ich ärgere mich ja auch immer wenn ich bei der Recherche auf Informationen aus 2007 und älter treffe.

2. Frage: Darf und sollte man veralterte News-Blogbeiträge löschen?
Ja! Ich finde man darf auf jeden Fall und man sollte auch löschen. Habe ich übrigens gestern erst gemacht, 3 Unterseiten und 2 Beiträge die noch aus der Anfangszeit dieses Blogs hier stammten fanden gestern den Weg zum großen Daten-Manitu. Es wird gemunkelt dass für die Blogger heutzutage jeder von Google indexierte Content wichtig sei und die Bekanntheit des Blogs fördere. Dazu kann ich nichts sagen, ich bin fernab davon mich als SEO Insider zu bezeichnen. Mit meinem kindlichem Blick aufs Thema SEO würde ich da aber sogar zustimmen, je mehr Bonbons (Content) im Glas (Blog) sind, desto mehr Kinderhände (Suchmaschinen und Besucher) können zugreifen und desto verlockender ist das Glas. Auch meine ganz alten Beiträge kriegen nach wie vor jede Woche einige Besucher. Die Informationen sind alt aber soweit ich es im Blick habe nicht überholt.  Artikel mit News wie “Morgen startet da und dort diese und jene Aktion” werde ich aber bei mir alle entfernen, auch wenn diese wie erwähnt immer wieder Besucher haben. Hier sollte man dann für sich selbst abwägen was einem lieber ist. Bezüglich SEO nichts riskieren und alles belassen wie ist oder daran denken welchen Eindruck man auf seine Besucher macht wenn man wiedermal einem Google-Besucher mit News von vor 3 Jahren die Zeit raubt. Für mich selbst ist also klar: Weg mit alten News und überholten Infos. Aber, man sollte auch alte News & Infos noch differenziert betrachten. Es soll ja auch Suchmaschinen Nutzer geben die sich dafür interessieren was früher mal war und gezielt nach alten Informationen suchen. Gebrauchsanweisungen für ältere Haushaltsgegenstände mal als Beispiel.

Ich selbst muss mir dank Hetzner keine Gedanken um Webspace und Co. machen. Aber Blogger die nur ein XS-Paket oder so etwas haben sollten mit Blick auf Trafficvolumen und Webspeicherplatz schon regelmäßig darauf achten wo sie evtl. etwas einsparen können.

3. Frage: Wie kann/sollte das Recycling von Blogbeiträgen erfolgen?
Wenn man für sich selbst entschieden hat sich von Artikeln zu trennen, gibt es wohl mehrere Möglichkeiten diese weiter zu behandeln. Recyclen in Form einer gründlichen Überarbeitung und Neuveröffentlichung wäre eine Lösung.  Das habe ich auch schon 1x gemacht. Ein anderer Weg wäre es die Artikel so in einem Archiv zu lagern,  dass sie nicht mehr indexiert werden können. In einigen Fällen ist aber garantiert nichts dagegen einzuwenden wenn man kurz und schmerzlos löscht. Hier schießt mir jetzt gerade die Idee durch den Kopf in der deutschsprachigen Blogossphäre mal einen “CleanUp-Day” zu veranstalten an dem jeder Teilnehmer seinen Blog entmüllt. Ich würde wetten jeder findet Beiträge die weg können. Und möglicherweise findet man unter den eigenen, alten Einträge sogar nochmal Inspiration für neue Artikel.

Letztendlich wird jeder für sich allein entscheiden ob er/sie Informations-Messi ist und dies auch bleiben möchte. Ich werde jetzt auf jeden Fall noch ein weniger häufiger drüber nachdenken wie es mit den alten Artikeln weitergeht. Auf einen Kommentar von jemandem mit mehr SEO Erfahrungen wäre ich bzgl. Artikel löschen übrigens sehr gespannt. Gibt es nicht evtl. sogar schon ein Verfallsdatum Plugin für WordPress?

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