Vorgestern habe ich mich per Google Talk mit Matthias von Zentodone.eu unterhalten. Dabei kamen wir auch auf vorgeschriebene Artikel zu sprechen. Gründe für vorgeschriebene Artikel sind vielfältig. Einige Blogger tippen ihre Artikel am Wochenende vor weil unter der Woche die Zeit dafür fehlt. Andere geraten manchmal in einen regelrechten Kreativ-Wahn und schreiben 3-4 Artikel auf einmal. Da es unsinnig ist dann alle Artikel auf einmal zu veröffentlichen bleiben diese erstmal als Entwurf erhalten oder werden mit Startzeit geplant.

gastartikelMatthias hat bei sich das Phänomen beobachtet mit einem Artikel plötzlich nicht mehr einverstanden zu sein sobald eine Nacht darüber geschlafen wurde. Ein Problem das ich nachvollziehen kann. Zwar veröffentliche ich fast alles was ich geschrieben habe, aber auch bei mir sind in den letzten 6 Monaten schon 1-2 Artikel aus dem Draft in den Papierkorb gewandert. Und das obwohl sie eigentlich nur auf die Veröffentlichung warteten. Ich denke auch die meisten anderen Blogger kennen diese Situation.  Aber was macht man nun mit solchen Artikeln die einem dann doch nicht ganz zusagen?

Ich empfinde die in letzter Zeit wieder häufig angesprochenen Gastartikel als eine mögliche Lösung. Gastartikel sind jedoch nicht nur eine Lösung für Artikel die man nicht mehr leiden mag, sondern auch für Artikel die wohlmöglich gar nicht erst geschrieben werden. Also Artikel die den eigenen Kopf nie verlassen habe. Auch das Phänomen der nicht geschrieben Artikel wird fast jeder kennen. Insbesondere Blogger die  sich mit ihrem Blog einem bestimmten Thema widmen. Wenn ein Artikel nicht ins eigene Blog passt wird er also oft aus dem Kopf gestrichen. Das ist schade, denn bestimmt hätte man trotzdem eine interessante Geschichte zu erzählen. Auch hier wäre der Gastartikel eine Lösung.

Daniel von Geldkrieg.de hat im August in einem Artikel sehr schön die Vorteile von Gastartikeln und Gastbloggern veranschaulicht. Ich möchte euch seine Gedanken hier einfach mal als Zitat wiedergeben:


Vorteil für den Gastblogger
Ein Gastblogger präsentiert sich und seinen Blog durch einen Gastartikel in erster Linie einem ganz neuen Leserkreis. Sicherlich werden einige den Blog des Gastbloggers schon kennen, für andere wiederum wird sowohl der Autor als auch dessen Seite noch unbekannt sein. Zusätzlich zu diesem neuen Leserkreis bekommt der Gastblogger innerhalb des Gastartikels meistens einen schönen exclusiven DoFollow Link, der eure eigene Seite stärkt.

Vorteil für euch als Blog Besitzer
Für euch steht hier natürlich ganz klar der neue Content im Vordergrund. Dieser kann zum einen z.B. dazu genutzt werden Blogpausen durch Urlaub oder fehlende Kreativität auszugleichen und zum anderen wird der neue Inhalt natürlich auch in den Suchmaschinen gefunden werden und beschert euch so indirekt einige neue Besucher. David hatte im vergangenen Jahr in der Zeit seines Urlaubs jeden Tag einen Gastartikel veröffentlicht und diese Gastartikel sogar an ein spezielles Gewinnspiel gekoppelt. So gab es für die Gastautoren einen Anreiz einen Artikel für Geldkrieg zu schreiben, zum anderen profitierten die Leser durch die neuen Artikel.

Vorteile für eure Leser
Ich hatte es eben schon ganz kurz angedeutet: Auch die eigenen Blogleser profitieren von Gastartikeln. Durch einen anderen Autor und dessen Schreibstil kann das behandelte Thema zum Beispiel von einer ganz anderen Seite beleuchtet werden, als sie es vllt. von euch als Blogautor gewohnt sind. So können allein durch einen Gastartikel ganz neue Sichtweisen und Diskussionen zu einem Thema entstehen, die es so auf dem Blog bisher nicht gegeben hat.

Hier findet ihr den ganzen Artikel: http://www.geldkrieg.de/archives/vorteile-von-gastbloggern-und-gastartikeln/


Worauf ich nun hinaus möchte ist die Tatsache das unpassende Artikel, egal ob schon geschrieben oder nur im Kopf vorhanden durchaus einen Nutzen haben können. Ein Artikel der auf dem eigenen Blog nicht passt kann auf einem anderen Blog durchaus einen toller Gastartikel werden von dem im besten Fall die 3 von Daniel genannten Parteien profitieren.

Stichwort: Gastartikelverleih

Immer wieder suchen Blogger nach fleißigen Gastartikelschreibern. Sei es wegen geplantem Urlaub, wegen einer Kreativpause oder um den eigenen Bloglesern etwas Abwechslung zu bieten. Ein schönes Beispiel dafür findet man momentan bei Plerzelwupp.de. Mein Vorschlag ist nun folgender. Artikel die nicht passen bloß nicht löschen, sondern sie in einem Word-Dokument abspeichern und archivieren. Ausserdem kann man Artikel die einem im Kopf herumgeistern aber für den eigenen Blog unpassend sind trotzdem schreiben. Da kommt dann der Gastartikelverleih ins Spiel.

So ziemlich jeder Blog sollte Platz für eine Unterseite mit Namen “Gastartikel” oder “Gastartikelverleih” haben. Dort könnte man Artikel die man selbst nicht veröffentlichen kann/möchte den Mitbewohnern in der Blogossphäre anbieten. Der Titel und eine kurze Inhaltsangabe sollten dafür schon ausreichen. Interessierte Blogger könnten sich dann die Themen anschauen und ggf. Kontakt aufnehmen wenn sie einen Artikel gerne als Gastartikel bei sich sehen würden.

Ihr seht, statt plump den Papierkorb zu befüllen (der ja bald auch in WordPress integriert werden soll) kann man mit Artikeln wesentlich mehr anstellen und auch mit Themen die einem nicht mehr in den Kram passen einen Mehrwert schaffen. Auch wenn die Vorteile oben schon klasse zusammengefasst sind gebe ich das Ganze nochmal in eigenen Worten wieder. Durch solch einen Gastartikel macht man Werbung für sich selbst, denn als Gastartikelschreiber sollte man auf jeden Fall verlinkt werden.  Der Gastartikel macht dem Blog auf dem er veröffentlich wird Freude, der Blogger hat kann in stressigen Lebensphasen auf einen fertigen Artikel zurückgreifen, und seinen Lesern Abwechslung bieten.

Eine Unterseite auf der man Gastartikel verleiht kann zudem ein interessanter Besuchermagnet für den eigenen Blog werden. Auch die gegenseitige Verlinkung kann dadurch gefördert werden wenn man darauf hinweißt auf welchen Blogs man schon einen Gastartikel platziert hat.

Was haltet ihr von der Idee des Gastartikelverleihs?

Ist doch allemal besser als Themen ungeschrieben zu lassen oder fertige Artikel wieder zu löschen, oder? Ich werde, sobald mir mal wieder ein für meinen Blog unpassendes Thema durch den Kopf schwirrt, die Kategorie hier anlegen. Vorausgesetzt ich habe auch die nötige Zeit den Artikel zu schreiben. Aber das klappt schon, allein der Neugier wegen wie meine Idee ankommt.

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