Neidgenossen in der Blogospähre?
Gestern habe ich darüber geschrieben dass das Verlangen nach Lob und Anerkennung für die eigenen Artikel etwas ist, das einen Blogger durchaus antreiben kann auf seinem Blog zur Höchstform aufzulaufen. Neben dem Wunsch nach Lob und Anerkennung spielt aber in meinen Augen auch noch ein anderer Faktor eine Rolle. Ich nenne es jetzt mal ganz drastisch und etwas überspitzt beim Namen. Neid und Bewunderung können einen Blogger ebenfalls antreiben!
Harte Worte, ich weiß. Jedoch sollte man sie auch nicht überbewerten, denn Neid ist für mich eine vollkommen menschliche Eigenschaft. Ich behaupte nun also mal das sich in der Blogosphäre viele Neidgenossen aufhalten. Einige Blogs beabsichtigen es wohl auch Neid aufzubauen, denn Neid lässt sich ebenso wie Bewunderung hervorragend als Marketing Strategie einsetzen.
Wie schaut nun so eine Strategie aus? Ganz einfach. Jeder kennt Blogs die monatlich ihre Besucherstatistiken und Einnahmen veröffentlichen, teilweise mit bewundernswerten Zahlen. Ich behaupte einfach mal dass da zum Teil auch Absicht hintersteckt, denn wer große Zahlen vorweisen kann gilt auch als ja bekanntlich als erfolgreich. Erfolgreiche Blogger beobachtet man und folgt auch häufig ihren Empfehlungen weil man ja entweder neidisch auf ihren Erfolg ist oder die vollbrachte Leistung bewundert.
Diesen Erfolg, der ja auch Lob und Anerkennung nach sich zieht, möchten wohl viele Blogger haben. Ich kann mich da selbst auch guten Gewissens auf die Teilnehmerliste der Neidgenossen setzen. Es ist kein krankhafter Neid, ich missgönne also niemandem den Erfolg. Besser passt es von bewunderndem Neid zu sprechen der mich dazu veranlasst hier täglich an meinem Blog zu werkeln. Ich möchte auch irgendwann mal solche bewunderswerten Zahlen erreichen wie die aktuellen Platzhirsche.
Und mal ehrlich, wenn ihr auf einen Blog kommt der gerade einen Artikel zu einem Thema veröffentlicht hat welches ihr selbst vor ein paar Tagen behandelt habt, dann schaut ihr doch auch genauer hin. Stellt man dann fest dass der andere Blog zum selben Thema viel mehr Reaktionen bekommen hat und der Artikel dort von der Gefolgschaft als “Artikel der Woche” gefeiert wird kommt schon Neid auf, oder?
Ich finde man kann sich diese Anflüge von Sozialneid (siehe WikiPedia) perfekt zu Nutze machen um den eigenen Ehrgeiz immer wieder neu zu entfachen. Frisch geneidet hat man wieder Auftrieb um den eigenen Blog ein wenig voran zu bringen, denn man kann sich bei den Beneideten bestimmt immer etwas abschauen was man selbst noch besser machen könnte um mehr Leser zu erreichen. Denn gelesen werden möchte jeder, sonst würde man ja nicht bloggen. Wie seht ihr das? Darf man von Neid sprechen?
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Ja Neider gibt es immer wieder und je berühmter bekannter man wird umso schlimmer wird es
Oft artet es sogar in wüsste Beschimpfungen und Drohungen aus. Mein Blog ist noch sehr klein und ich musste bis jetzt noch nicht solche Erfahrungen machen. Bis jetzt habe ich wohl noch keine Neider
.
Ja ich erwische mich auch ab und zu, wenn ich meine Zahlen mit anderen Blogs vergleiche, aber ich mache es nicht weil ich jetzt neidisch bin, sondern weil ich diese Blogs als Vorbilder ansehe, wo ich mir sage. “Ja da möchte ich auch mal hin”. Oder “Wie hat er das gemacht?”. Vielleicht ein bisschen Konkurrenzdenken, aber im Grunde ist doch genug für alle da und man darf auch nicht vergessen, dass die Blogerszene auch eine Gemeinschaft ist und eigentlich auch zusammen halten sollte. Natürlich gibt es wie überall Ausreisser, aber im Grunde hat keiner was davon, wenn man nur Neidhammel haben und Gegeneinander spielen. Das bringt am Ende gar nichts.
Solange es gesunder Neid oder auch Bewunderung ist, ist alles ok. Die Worte habe ich mit Absicht ziemlich scharf gewählt.
Wobei man doch sagen kann das ein Vorbild jemand ist den man auf gesunde Art und Weise für das was er erreicht hat beneidet, oder?
Ich freue mich aber das du hier direkt die Gemeinschaft nennst, die ist nämlich wirklich wichtig und sollte nicht durch Neidaktionen zerstört werden. Letztendlich ist nach wie vor mehr als genug Platz für alle. Bis es eng wird dauert es vermutlich noch einige hunderttausend Terrabyte an Blogartikeln *g*
Es heißt auch, dass man sich Neid verdienen muss. Leider ist of so, dass Neider einem den Erfolg nicht gönnen. Natürlich ist diese Eigenschaft seh menschlich und kann ein entsprechender Motivator sein, aber der Neid anderer kann ebenso vernichtend enden. Wie du schon geschrieben hast, ist die positive Form des Neides, also Bewunderung, ein schöner Motivator sich selbst zu verbessern. Wie geht man aber mit Neidern um, die einen nicht bewundern, sondern hassen? Meiner Erfahrung nach kommt solcher Neid von, entschuldigt den Ausdruck, absoluten Versagern im Leben. Diese sehen den Neid auch nicht als Motivation etwas besser zu machen, sondern nutzen die gewonnene Energie um dem Hassobjekt zu schaden. Das ist im Internet nicht anders als im realen Leben. Der einzige Unterschied besteht darin, dass es im Internet durch die vermeintliche Anonymität weitaus leichter erscheint.
Ich persönlich mag Neider ja überhaupt nicht, denn jeder hat seine Stärken und Schwächen, so auch Blogs.
Durch die Objektivität geprägt und etwas Marketing-Know-How, weiß ich das gerne “Erlebniswelten” aufgebaut werden. Vor allem dann wenn ein “Platzhirsch” Zahlen veröffentlicht (und Zahlen können auch gefälscht bzw. verzerrt dragestellt werden). Hier zu kann ich nur sagen “Bescheidenheit ist eine Tugend”, auch wenn das zu keinen Marketeer passt sonder ehr “koltzen statt kleckern”.
Ich vergleiche meine Website auch nicht mit ähnlichen, sondern ehr mit Institutionen. Z.B. kann ich mich mit Luebeck.de, f-h-stralsund.de und draeger.com in Alexa gut vergleichen und ich finde es toll, wenn eine privat Person mehr erreichen kann als solche Institutionen.
Aber in unserer Welt wurden wir von der Gesellschaft so geprät Neid zu empfinden, aber nun rutsche ich ins philosophische ab.
@Marcel Stimmt, Neid muss man sich verdienen.Wie man mit bösartigem Neid umgeht? Ignorieren würde ich sagen. Wenn der Neider versucht dir zu schaden gibt es genug Mittel dagegen vorzugehen, auch bei Leuten die glauben anonym zu sein.
@Chris So philosophisch ist es garnicht. Du hast recht, man wird geprägt Neid zu empfinden, liegt meiner Meinung nach daran dass man auch eingeimpft bekommt wie sich Erfolg definiert. Wer mehr X, mehr Y und mehr Z hat ist erfolgreicher als man selbst. Es ist zumindest für mich sehr schwer es jedesmal zu bemerken wenn ich diese vorgelebte Scheuklappe trage.
Ich kann mich noch sehr gut an meine Anfangszeiten vor ein paar Monaten erinnern, als mir selbst die kleineren Zahlen von vielen Bloggern als hoffentlich zu erreichendes Ziel vor Augen schwebten. Das wandelt bzw. wächst mit der Zeit natürlich auch. Gefühle wie Neid kenne ich aber nicht, warum auch.
Heute geht es mir aber weniger um Zahlen, sie sind mir lange nicht mehr so relevant wie noch vor einiger Zeit. Stattdessen ist es mir wichtiger, dass die Blogger, die mich besuchen, sich bei mir wohlfühlen und sich auch gerne bei mir unterhalten. Sicherlich sind gute Zahlen schön und streicheln das Ego immer wieder, aber sie sind lange nicht mehr so wichtig für mich, wie sie schon mal waren.
Was ich aber wirklich ätzend finde, ist etwas, das Du auch ansprichst, was ich aber immer mal wieder in etwas anderer Form beobachte. Ich berichte über ein Thema und sehe das gleiche Thema ein paar Tage später auf anderen Blog(s). Vor allem wenn es bei mir gut kommentierte Themen waren. Die jeweiligen Blogbetreiber haben sogar in meinem Thema vor ihrem eigenen Artikel kommentiert und halten es dann noch nicht einmal für notwendig, mir in ihrem Artikel einen klitzekleinen Link zu spendieren.
Und wenn das Thema dann zufällig mal auf Linkgeiz zu sprechen kommt, dann sagen genau jene “Wir würden ja gerne, uns fehlt aber meist die Zeit zur entsprechenden Recherche, die ja Stunden dauern kann…”
Die Sichtweise auf Zahlen und Ziele wird sich bei vielen Bloggern irgendwann ändern, geht mir ja auch so mittlerweile. Das sich deine Leser bei dir wohlfühlen ist glaube ich eines der allerwichtigsten Ziele die man haben kann. Und ich wage mal zu unterstellen das du dieses Ziel schon erreicht hast.
Die Nachmacher sind dann die “logische” Kehrseite der Medaille. Das geübte Bloggerauge entdeckt auf Crazytoast ja sehr schnell das du einen sehr belebten Blog führst. Da denkt sich Blogger X (dein (unbewusster)Bewunderer) dann ganz einfach: “Wenn die Tanja für so einen Artikel über 60 Kommentare bekommt bringt der bei mir bestimmt auch ein paar Reaktionen”. Und schon bloggt er über das selbe Thema, im schlimmste Fall mit dem exakten Wortlaut.
Ich gebe zu, ich lasse mich auch regelmäßig von Artikeln fremder Blogs inspirieren, das ist glaube ich nichts ungewöhnliches. Wenn aber wirklich viele Informationen übernommen werden sollte auf jeden Fall die Quelle mit Link erwähnt werden.
Irgendwoher muss die Inspiration für neue Artikel ja kommen und sicher gibt es Blogger auf die man neidisch ist, weil sie schon da sind wo man selbst noch hin will.
Ich sehe das auch eher als Ansporn, meinen Blog zu verbessern und gute Artikel zu schreiben.
Zu den Zahlen, für mich sind sie immer noch sehr relevant, weil man daran ja sehen kann, wie gut ein Artikel ankommt. Mein Blog ist ja jetzt nun auch schon nen Paar Tage alt und ich habe inzwischen auch einige Stammleser, die sich anscheinend auch wohl fühlen.
@Crazy Girl leider ist dem so mit me-to auf der einen Seite gilt ja im asiatischen Ländern die Art von Plagiaten als “Anerkennung”, auf der anderen Seite führt sowas aber auch zu “Gesichtsverlust”. Ich halte mich bzgl einer künfitgen Blog-Aktion auch noch in Bescheidenheit und hoffe, dass es nicht zur Nachahmung kommt.
@Sensei Erfrischend ehrlich
Kann zu deinem Kommentar nur bejahend nicken.
@Chris Gilt im asiatischen nicht auch lautes aufstoßen als Kompliment? Man muss ja nicht alles übernehmen was das hochtechnologisierte Ausland vormacht *g*
Wenn du mit einer künftigen Blog Aktion groß rauskommst, wirst du auf jeden Fall den ein oder anderen Trittbrettfahrer finden. Die Reaktionen auf Technorati Aktion von Matthias auf dem Meinungs-Blog ist so ein Beispiel. Jeder sieht das da täglich dutzende Kommentare reinrasseln und unglaublich viele Leute mitmachen. Also starteten innerhalb weniger Tage mehrere andere Aktionen die ebenfalls die Blogger untereinander vernetzen sollten (was ja nicht schlecht ist).
Wenn Tanja nächste Woche beschließt einer ihrer Katzen einen Sascha Lobo Irokesen zu machen und danach bebildert darüber bloggt würde ich darauf wetten dass sich je nach stärke der Reaktionen auch andere bloggende Haustierbesitzer plötzlich als Katzenfrisör betätigen *g*
aufstoßen gilt doch seit Martin Luther in Deutschland als Kompliment für gutes Speisen, nur ist es in unserer Postmodernen Zeit und durch Knigge als verpönt zu sehen
Von Trittbrettfahrer habe ich bei Matthias nichts mitbekommen, außer die Trackbacks. Jedoch halte ich diese für eine gute Gaben i.S.v. verlinkung. Aber Aktionen wie “ein Herz für ..” wurden in den letzten Wochen vermehrt nachgemacht.
Meine Aktion ist für das letzte Quartal 2009 angesetzt und ich habe auch schon ein paar Blogger im Hinterkopf die als “Veranstalter” mitwirken sollen.
Jetzt raten mal wen ich schon im Hinterkopf habe?
ich weiß nur nicht, ob diese “Veranstalter” das als “Kompliment” sehen oder ehr als “zusätzliche sinnlose Mehrarbeit” (?)
Aber nun Schluss damit, sonst gebe ich zu viel Infos von mir
Sicherlich sind viele Blogger neidisch wenn Sie die Einnahmen der bekannteren deutschen Blogs sehen.
Allerdings würde ich behaupten, dass viele von den deutschen Top-Bloggern Ihre Einnahmen nicht veröffentlichen um Neid zu provozieren, sondern vor allem auch um anderen Bloggern Mut zu machen und ihnen so einen Antrieb zu geben etwas aus dem eigenen Blog zu machen.
Wirkliche Missgunts gibt es sicherlich nur bei denjenigen, die mit einigen wenigen kurzen und schlecht recherchierten Artikeln auf die große Kohle hoffen und im Anschluss enttäuscht sind das dies eben nicht funktioniert.
@Chris Ich warte gespannt ab
@Daniel Natürlich dienen veröffentlichte Einnahmen auch dazu anderen Bloggern Mut zu machen und nicht um ihnen sprichwörtliche die Zunge rauszustrecken. Das ist auch gut so und regt immer wieder zu neuen Leistungen einzelner an. Neid soll vielleicht nicht beabsichtigt provoziert werden, aber er entsteht, ebenso wie Bewunderung. Ich habe auch dein Experiment bewundert und würde dir wohlmöglich heute aus der Hand fressen hättest du es intensiv weitergeführt.
Wer lässt sich nicht von anderen Blogs und deren Artikel inspirieren, das ist doch schon fast normal
Nur bin ich – und viele andere – bis dato dabei immer so verfahren, dass man die Inspirationsquelle nennt und verlinkt. Das ist doch irgendwie ein Ehrenkodex und den halten leider nicht alle ein.
Und eigentlich ist ja genau dieses Verhalten (sich gegenseitig verlinken), das, was uns Blogger so stark macht und natürlich auch ausmacht. Ansonsten wären wir alle nur lauter kleine Einzelkämpfer, die jeder für sich vor sich hinwerkeln würden und keinen würde es interessieren.
Die Blogosphäre ist eine Gemeinschaft, die das gegenseitige Geben und Nehmen ausmacht. Und das natürlich nicht nur über den Kommentarbereich, sondern auch in den Artikeln. Genau das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten und gerade wenn uns ein Artikel eines anderen anregt, zu dieser Thematik ebenfalls etwas zu schreiben, dann sollte auch die Inspirationsquelle genannt und verlinkt werden.
Es würde Dir z.B. auch etwas sauer aufstoßen, wenn ich in den nächsten Tagen einen diesbezüglichen Artikel veröffentliche und von Dir, Deinem Artikel oder unserer Unterhaltung kein Wort erwähne, oder? Da würdest Du Dir wahrscheinlich denken, “das Crazy Girl ist ein Kameradenschw…”
Um es kurz und knapp zu sagen, da hast du vollkommen Recht. Ein wenig sauer aufstoßen würde es vermutlich wenn ich den Zusammenhang mit meinem eigenen Artikel herstellen kann. Aber an besagtes ringelschwänzige Säugetier würde ich wohl nicht denken. Sowas käme nur bei Leuten vor die ich real kenne, und dafür ist die Blogospähre auch bei aller Vernetzung noch viel zu unpersönlich.
Die Ringelschwänzchen sind vielleicht etwas übertrieben