Lob mich! Ist Anerkennung für Blogger ein Risiko?
Ich habe mir eben nochmal eine ganze Zeit lang durch den Kopf gehen lassen warum man eigentlich bloggt. Bei den allermeisten ist es vermutlich ein reines Hobby oder ein angenehmer Zeitvertreib. Viele Leute bloggen aber auch ausschließlich aus finanziellen Interessen. Egal ob Hobby, Beruf oder Berufung, ich unterstelle einfach mal dass sich bei jedem ein Glücksgefühl und Zufriedenheit einstellt wenn man die entsprechende Anerkennung für die “Arbeit” erhält.
Anerkennung kann vielseitig sein, die meisten sehen Reaktionen in Form von Kommentaren und Diskussionen auf dem eigenen Blog als absolut ausreichend an. Wieder andere wollen explizit gelobt werden und den entsprechenden Applaus auch in den Blogreaktionen lesen. Und der berufliche Blogger wird die gewünschte Anerkennung vermutlich auf seinem Kontoauszug suchen/finden.
Ich selbst erkenne mich in allen 3 Varianten wieder, wenn Leser mit Kommentaren auf meine Artikel reagieren bin ich glücklich, erfahre ich sogar Lob weil jemand meinen Artikel richtig klasse findet hüpft das Herz gleich nochmal einen Extraschlag vor Freude. Und wenn ein paar Einnahmen zusammenkommen stellt sich auch noch Zufriedenheit ein.
Nachdem ich dann so über das Glücksgefühl nachgedacht habe ist mir aufgefallen das Glücksgefühle recht häufig in Zusammenhang mit einer Sucht genannt werden. Ist die Anerkennung für die Leistung auf dem Blog also möglicherweise sogar gefährlich? Ich selbst merke ja das ich versuche einen gewissen Standard zu erringen und mit der Zeit mehr Leser und Kommentatoren zu erreichen. Angenommen man gewöhnt sich daran regelmäßig von anderen Menschen gelobt zu werden oder auch ansprechende Einnahmen durch einen Blog zu generieren, kann es dann nicht gefährlich werden den Gradmesser für das eigene Glück zumindest teilweise in die Hände anderer Menschen zu legen? Ist die teilweise stundenlange Artikelrecherche von der ich bei manchem Blogger lese dann nicht die Vorbereitung auf den nächsten Schuss?
Ich bin selbst ein wenig erschrocken während ich das hier schreibe, merke ich doch auch das ich mich immer stärker damit befasse für neue Artikel zu recherchieren und meinen Blog voran zu bringen. Droht schlimme Depression wenn irgendwann mal kein Zulauf mehr kommt oder man für einen Artikel oder eine Aktion mit Kritik überhäuft wird?
Ich bin sicher einigen geht es wie mir und sie würden am liebsten 24 Stunden am Tag mit ihrem Blog verbringen. Ich würde das regelmäßige bloggen vermissen, ebenso als wenn ich mir das Rauchen oder den täglichen Kaffee abgewöhnen würde. Aber daran zerbrechen würde ich bestimmt nicht, es gibt im Leben noch genug anderes.
An dieser Stelle kann man es aber guten Gewissens jedem Intensiv-Blogger nahelegen auch mal eine Blogpause einzulegen und zu schauen was passiert, ob man es auch noch schafft mal 2-3 wochen nicht zu bloggen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte keineswegs jedem Blogger eine Anerkennungs-Sucht unterstellen, sondern nur mal den Gedanken anregen welchen Suchtfaktor viel positives Blogfeedack bietet. Evtl. kann man auch die Jagd nach neuen Freunden bei Facebook oder mehr Followern bei Twitter mit in diesen Topf werfen.
Wie seht ihr das? Kann man mich jetzt guten Gewissens für diesen Artikel loben?
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2-3 Wochen nicht Bloggen? Bist Du bekloppt? Jeden Tag mindestens ein Artikel das ist ne Devise
Davon ab hast Du natürlich recht. Aber was soll ich jemandem erzählen, der ab und stundenlang mit mir Skyped? Und das regelmäßig seit Wochen.
Also Sucht auf jeden Fall und bei mir stellen sich extreme Glücksgefühle bei jedem Kommentar ein. Und wenn dann noch ein Klick auf Adsense folgt, sag ich nur: Hand in die Hose
Gruss Sascha
.-= Sascha´s letzter blog ..How To – Bring Deine Widgets in den Footer! =-.
ich schließe mich sascha an,also nicht bez. das du bekloppt bist, sondern jeden tag ein artikel. wenn du anderen etwas mitteilen willst.ich weiß im großen u ganzen nicht wie die resonance auf mein blog ist,aber ich mache weiter!jeden tag.denk drüber nach was du erreichen willst u handle danach,wie im wahren leben.amen
@Sascha Natürlich, jeden Tag ein Artikel ist ne gute Devise, weißt du ja. Aber probieren sollte man es auf jeden Fall irgendwann mal ob man auch mal ohne Dashboard, Analytics und Co. durchs Leben kommt.
@Rolf Für einen neuen Blog ist das vorhaben auch durchaus ok jeden eine ganze zeitlang verbissen weiterzumachen. Aber spätestens nach 1 Jahr täglicher Artikel sollte man schon mal einen Gedanken daran verschwenden ob man auch noch ohne klarkommt
Aufgrund meines Urlaubs, habe ich eine Pause von 2 Wochen eingelegt. Obwohl ich vor hatte Artikel automatisch einstellen zu lassen habe ich davon abgesehen und tatsächlich… es hat mir etwas gefehlt, dies gilt aber genauso für das Lesen meiner e-Mails, die ich auch hab ruhen lassen. Es verwundert mich aber auch nicht weiter, dass man bei positiven Kommentaren ein Glücksgefühl erlebt, denn welcher Mensch hört nicht gerne hier und da ein Lob?
Dennoch schreibe ich nicht das, was der vermeintliche Leser hören will, sondern das was ich mitzuteilen habe.
Es gibt vermutlich kaum einen Menschen der nicht gern gelobt wird. Da hast du Recht. 2 Wochen Pause klingt gut, ich hoffe du hast dich gut erholt. Das man in dieser Zeit eine tägliche Angewohnheit vermisst ist auch klar, aber wirklichen Entzug hast du ja scheinbar nicht erlebt
Da kann ich nur sagen: “Zum Glück!”. Ich kenne Leute in meinem Bekanntenkreis, die es nichteinmal wenige Stunden ohne einen Internetanschluss aushalten. Diese können sich auch im Urlaub nicht entspannen, wenn sie nicht ihrer täglichen Tätigkeit nachgehen. Den hemischen PC Monitor sehe ich unter Woche bis zu 14 Stunden täglich, daher fällt mir der Abstand für 2 Wochen auch nicht so schwer. Wenn ich aber ehrlich bin, dann wären 3 Wochen z.B. zuviel gewesen, denn gerade wenn man entspannt, kommen einem die kuriosesten Ideen, die ich, ganz altmodisch, mit Stift und Papier festgehalten habe
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Ich erkenne mich auch bei den 3 Blogger Sorten wieder. Wobei ich mich auch gerne selber lobe. Es gibt Dinge die einfach wunderbar klappen, z.B. mit bestimmten Begriffen auf Seite 1 zu sein. Ich bin SEO Laie, finde aber dieses Thema super interessant. Da lobe ich mich auch mal selber in den Himmel. Oder ich mache mir einen Scherz mit einem Kumpel und optimiere einen Text, auf ein witziges Keyword mit Bezug auf Ihn. Ruf Ihn an und sag er soll mal in Google nach der längsten Nase in … suchen ^^ Das ist so witzig. Also ich lobe mich gerne. Es darf aber auch gerne von anderen kommen, das ist natürlich mehr Wert.
Allerdings ertappe ich in letzter Zeit dabei das ich schlecht einschlafen kann weil ich noch nach einem Thema suche oder schon Ideen ausspinne.
Hallo Piet,
lob habe ich ja gestern schon ausgesprochen
und konstruktive Kritik ist doch auch was feines. Denn dadurch erhält man Feedback ggf. etwas zu ändern.
Zur Devise täglich einen Artikel zu schreiben. Nun als Profi-Blogger ist das sicher relevant. Ich pers. nutze meinen Blog primär, um einmal Monatlich eine Studie zu verlinken und auch einige News aus den Nachrichten zu verbreiten. Für mich ist das Bloggen einfacher als meine html-Seiten zu bearbeiten und zeitlich bin ich auch im Job eingebunden.
Komerzielle erfolgreiche deutsche Blogs sind mir nicht bekannt, außer selbstaendig-im-netz.de und der Erfolg ist sicher nicht verachtenswert.
Auf der einen Seite kann man auch eine gute Reputation aufbauen, aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Entsprechend kann es auf der anderen Seite auch als negativ empfunden werden und bekommt Kritik zu hören. Aber vielleicht sind das auch Neider und Neid ist die höchste Form der Anerkennung und sollte, sofern das mal bei dir vorkommt, dein Ego auch aufbauen
@Marcel Stimmt, mir kommen in den Ruhephasen auch oft die besten Ideen.
@Thom Schlecht einschlafen, das geht mir auch oft so, denn wie grad schon gesagt kommen einem dann in die Phase wo das Gehirn entspannt die besten Einfälle. Auf einmal mit etwas in den Top10 von google zu sein ist auch so ein Punkt. Es freut einen und erzeugt ein Glücksgefühl.
@Chris Konstruktive Kritik ist vermutlich auch immer gewünscht, ich bezog mich oben eher auf vernichtende Kritik. Ich würde mich natürlich nicht als Profiblogger bezeichnen, aber den täglichen Artikel möchte doch auf jeden Fall noch für eine Weile beibehalten. Auch fürs Ego *g*
Von mir bekommst du ein Lob für den Artikel
Er ist gut geschrieben und entspricht genau der Blogger Realität. Macht man sich eine Menge Mühe für einen Artikel und bekommt dann keine Kommentare, dann ist man schon enttäuscht. Anderseits freut man sich natürlich über gute Kommentare. Ich sage absichtlich gute Kommentare, denn wenn nur ein Klasse kommt, oder bin deiner Meinung, dann kommt das immer so rüber als würde derjenige nur einfach so was schreiben und hat nicht wirklich den Artikel gelesen oder verstanden!
Das mit den Artikeln ist auch so ein Sache. Ich habe mir auch vorgenommen jeden Tag einen Artikel zu schreiben und bis jetzt hat es auch ganz gut geklappt. Aber es gibt wirklich Tage, da will einem nichts einfallen und dann artet das schon in Stress aus, weil man verbissen nach einem Artikel sucht. Man hat sich ja was vorgenommen und will es nicht brechen! So setzt man sich selber unter druck und es artet in Freizeit/Blogger Stress aus. Ich kenne auch schon Fälle, da sind Ehen wegen Bloggersucht zugrunde gegangen.
Artikel zu schreiben und Kommentare die man bekommt zu benatworten benötigt Zeit, die man von seiner Freizeit abziehen muss. Ich muss gestehen, dass ich mich immer wieder frage, ob sich der ganze Stress auch lohnt. Aber anderseits ist Bloggen ja nicht nur böse. Besser als einfach nur blöd in einem Fernseher zu starren.
Wichtig ist nur, dass man nie die Kontrolle verlieren darf und auch nicht den Fokus für die wirklich wichtigen Dinge vergessen darf! Und man sieht ja an dem aktuellen Vodafone Fail wie schnell es passieren kann, dass man nicht nur gelobt, sondern auch total zerrissen werden kann. Heute noch ein Bloggerstar und Morgen pfeift kein Schwein (Google) hinter dir her.
Danke für dein Lob
Ich glaube Kontrolle ist der wichtigste Punkt. Da kann man Blogs auch MMORPG’s vergleichen, wenn man die Kontrolle verliert kann es böse enden, dann ist das Privatleben schneller kaputt als man schauen kann.
Die Vodafail Sache ist ein passendes Beispiel für Kritik die einen kaputt macht und sogar das Ende eines Blogs herbeiführt. Wobei ich es irgendwo auch schade finde. Hatte den Blog von Frau Schnutinger erst durch diesen Medienrummel entdeckt und war als Cartoonfan auf Anhieb begeistert.
Also aus eigener Erfahrung, die ich ja mittlerweile machen musste, stelle ich fest, dass ein Leben ohne Dashboard (waren ja immerhin fast zwei Monate) gar nicht mehr geht. Ich mag meinen Blog am liebsten den ganzen Tag sehen und bin quasi süchtig geworden.