Ich habe mir eben nochmal eine ganze Zeit lang durch den Kopf gehen lassen warum man eigentlich bloggt. Bei den allermeisten ist es vermutlich ein reines Hobby oder ein angenehmer Zeitvertreib. Viele Leute bloggen aber auch ausschließlich aus finanziellen Interessen. Egal ob Hobby, Beruf oder Berufung, ich unterstelle einfach mal dass sich bei jedem ein Glücksgefühl und Zufriedenheit einstellt wenn man die entsprechende Anerkennung für die “Arbeit” erhält.

applausAnerkennung kann vielseitig sein, die meisten sehen Reaktionen in Form von Kommentaren und Diskussionen auf dem eigenen Blog als absolut ausreichend an. Wieder andere wollen explizit gelobt werden und den entsprechenden Applaus auch in den Blogreaktionen lesen. Und der berufliche Blogger wird die gewünschte Anerkennung vermutlich auf seinem Kontoauszug suchen/finden.

Ich selbst erkenne mich in allen 3 Varianten wieder, wenn Leser mit Kommentaren auf meine Artikel reagieren bin ich glücklich, erfahre ich sogar Lob weil jemand meinen Artikel richtig klasse findet hüpft das Herz gleich nochmal einen Extraschlag vor Freude. Und wenn ein paar Einnahmen zusammenkommen stellt sich auch noch Zufriedenheit ein.

Nachdem ich dann so über das Glücksgefühl nachgedacht habe ist mir aufgefallen das Glücksgefühle recht häufig in Zusammenhang mit einer Sucht genannt werden. Ist die Anerkennung für die Leistung auf dem Blog also möglicherweise sogar gefährlich? Ich selbst merke ja das ich versuche einen gewissen Standard zu erringen und mit der Zeit mehr Leser und Kommentatoren zu erreichen. Angenommen man gewöhnt sich daran regelmäßig von anderen Menschen gelobt zu werden oder auch ansprechende Einnahmen durch einen Blog zu generieren, kann es dann nicht gefährlich werden den Gradmesser für das eigene Glück zumindest teilweise in die Hände anderer Menschen zu legen? Ist die teilweise stundenlange Artikelrecherche von der ich bei manchem Blogger lese dann nicht die Vorbereitung auf den nächsten Schuss?


Ich bin selbst ein wenig erschrocken während ich das hier schreibe, merke ich doch auch das ich mich immer stärker damit befasse für neue Artikel zu recherchieren und meinen Blog voran zu bringen. Droht schlimme Depression wenn irgendwann mal kein Zulauf mehr kommt oder man für einen Artikel oder eine Aktion mit Kritik überhäuft wird?

Ich bin sicher einigen geht es wie mir und sie würden am liebsten 24 Stunden am Tag mit ihrem Blog verbringen. Ich würde das regelmäßige bloggen vermissen, ebenso als wenn ich mir das Rauchen oder den täglichen Kaffee abgewöhnen würde. Aber daran zerbrechen würde ich bestimmt nicht, es gibt im Leben noch genug anderes.

An dieser Stelle kann man es aber guten Gewissens jedem Intensiv-Blogger nahelegen auch mal eine Blogpause einzulegen und zu schauen was passiert, ob man es auch noch schafft mal 2-3 wochen nicht zu bloggen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte keineswegs jedem Blogger eine Anerkennungs-Sucht unterstellen, sondern nur mal den Gedanken anregen welchen Suchtfaktor viel positives Blogfeedack bietet. Evtl. kann man auch die Jagd nach neuen Freunden bei Facebook oder mehr Followern bei Twitter mit in diesen Topf werfen.

Wie seht ihr das? Kann man mich jetzt guten Gewissens für diesen Artikel loben? :)

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