Liegt die Würze in der Kürze? Oder sind lange Artikel besser?
Aus aktuellem Anlass mal ein paar Gedanken von mir bezüglich der Länge von Artikeln. Eben bin ich bei Twitter auf eine Frage von Katja aufmerksam geworden. Sie überlegt ob Sie einen Artikel in eine Artikel-Serie unterteilt oder es ein einziger, aber dafür sehr langer Artikel werden soll. Die Antworten auf diese Frage waren verschieden. Mein Ratschlag war übrigens eine Artikel-Serie. Aber auch ein langer Artikel hat Vorteile. Ich möchte hier jetzt einmal versuchen ein wenig näher auf dieses Thema einzugehen.
Vor- und Nachteile für beide Varianten
In langen Artikeln lassen sich bequem ganz viele Informationen unterbringen. Man kann dem Leser eine durchgehende Geschichte erzählen, mit Einleitung und einem Fazit um das Ende abzurunden. Ein langer Artikel kann also als ein Rundum Sorglos Informationspaket benutzt werden. Für einen Blogger ist es oftmals auch viel einfacher einen Artikel zu einem Thema einfach in einem Stück zu schreiben, ohne dabei zu überlegen wo man wohl die Grenze ziehen könnte um später die Fortsetzung in einem weiteren Teil zu schreiben. Natürlich kann man bei langen Artikeln auch hergehen und Anker setzen und diese dann auf die einzelnen Abschnitte verweisen lassen, sofern man den Inhalt etwas aufgeteilt hat.
Eine Artikelserie erfordert mehr Arbeit. Man muss den Inhalt eines Artikels schon ein wenig aufschlüsseln und gliedern damit man festlegen kann welche Information in welchen Teil geschrieben wird. Wenn alles doppelt und dreifach erzählt wird ist das nicht wirklich hilfreich. Eine Artikelserie in mehreren kurzen Artikeln bietet in meinen Augen den Vorteil die Einstiegsfläche für Suchmaschinenbesucher zu erhöhen und bei den Stammlesern so etwas wie Spannung zu erzeugen, wenn sie auf die Fortsetzung eines Informationpaketes warten. Allerdings kann man eine Artikelserie wohl noch so gut verlinken, nicht jeder Besucher wird es verstehen. Einige verlassen den Blog dann wieder obwohl sie nur 1 Mausklick von der gesuchten Info entfernt waren.
Beobachtungen
Ich selbst nutze hier ja auch zu 99% das Prinzip des langen Artikels. Und zumindest meine Stammleser quälen sich mittlerweile regelmäßig durch meine gestammelten Werke. Ich bemerke aber bei der Besucheranalyse recht häufig folgendes: Der Leser kommt auf den Blog, sieht den Umfang des Artikel und verschiebt es scheinbar erstmal sich weiter damit zu befassen. 4-5 Stunden später taucht er wieder auf und reagiert dann auf meinen Artikel. Bei kurzen Artikeln ist das Verhalten anders. Hier wird meist schon beim 1. Besuch ein Kommentar hinterlassen.
Beim Bloglesen stoßen 2 Faktoren zusammen. Neugier/Informationsbedarf und Zeit. Wenn mich ein langer Artikel interessiert aber ich wenig Zeit habe, scrolle/skippe ich schnell durch, lege ein Lesezeichen an und kehre irgendwann wieder, wenn mehr Zeit ist. Viele Lesezeichen geraten aber durchaus in Vergessenheit.
Ein kurzer Artikel passt da schon eher wenn ich glaube die Uhr im Nacken zu spüren. Während ich bei einem langen Artikel noch lese kann ich mit bei einem kurzen Artikel schon dem Kommentar widmen (Stichwort: Email Subscription).
Ich fasse zusammen: Habe ich ein umfangreiches Thema vor mir, dann sagt mir mein Bauchgefühl ich sollte es in 2-3 Artikel aufteilen. Allerdings möchte ich jetzt keine von beiden Varianten als die bessere rauspicken. Schreibt man lange Artikel sollte man verstärkt auf die Gliederung achte. Bei kürzen Artikeln die sich zu einer Serie verbinden sollen muss die Verlinkung stimmen. Die verfügbare Lesezeit eines Besuchers ist jeden Tag verschieden. Man wird wohl nie 100% der Besucher zufrieden stellen können.
Wie sind eure Erfahrungen mit langen Artikeln und Artikelserien? Reagieren eure Besucher ähnlich? Und wie geht ihr selbst mit langen Artikeln und kurzen Artikeln/Artikelserien um? Lesezeichenmethode oder doch durchbeißen, egal wieviel Zeit gerade ist?
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Hallo Piet,
nur selten lese ich lange Artikel bis zum Schluss oder vollständig – vielleicht bin ich auch zu hektisch … mag sein. Aber Goethe sagte schon: §Entschuldige diesen langen Brief, ich hatte keine Zeit für einen Kürzeren”.
Und in der Tat ist es schwieriger Infos kompakt darzustellen – lange Texte schreiben ist eher einfach und kein Zeichen besonderer Fähigkeiten.
Eigentlich kommt es immer darauf, wie interessant ein Artikel ist. Man sollte nie zuviel Wiederholen oder um den heißen Brei schreiben. Kurz und knackig, kann es auch mal einer längerer Artikel werden.
Man muss glaube versuchen, dass wichtigste gut zu verpacken.
Also ich schreibe ja auch fast ausschließlich lange Artikel, wenn die Materie es her gibt. Wieso ich das macht, naja für mich ist es so, dass ich einfach an einem Stück runter schreibe und dann nachher nur nochmal die Struktur überarbeiten muss. Wenn ich das dann unterteilen will, dann gehen oftmals Informationen verloren.
Ich habe durch diesen Artikel aber mal wieder über das Thema nachgedacht und festgestellt, dass viele ich sage einfach mal “große Blogger” vor allem in der US Szene lange Artikel schreiben und wirklich nur Serien erstellen wenn dann jeder Artikel auch eine Wortzahl von ca 500 oder mehr Wörtern hat.
Wenn ich jetzt einen Artikel mit 900 Wörtern zu einem Thema schreibe und dann den Artikel unterteile ist mitten im Artikel ein Bruch. Sowas stört mich persönlich. Ich finde Serien sind eine gute Sache, wenn man ein Thema vollständig betrachten will, so dass man dann jede Woche einen neuen Artikel mit einem anderen Aspekt postet, aber dann müssen die Artikel auch für sich schlüssig zu diesem Aspekt sein.
Das waren soweit meine Gedanken
Sensei
Ich denke 900 Wörter ist für einen Artikel durchaus akzeptabel. Wenn man trotzdem teilt @Sensei, dann muss man sich vorher ne Menge arbeit machen damit dieser Bruch wirklich sauber ist. Bedeutet oft ein bissel mehr arbeit. Für mich ist übrigens auch ein 2-Teiler schon eine Serie
Sehr schöner Artikel, ich finde das mit der Optimalen Artikellänge ist echt ein schweres Thema. Meiner Meinung nach kommt es auch immer auf das Thema drauf an. Denn bei manchen Artikeln muss man einfach etwas weiter ausholen und kann sich nicht kurz fassen. Bei anderen Artikeln kann man sich auch einfach kurz fassen, das finde ich auch manchmal sehr praktisch. Denn manchmal finde ich mag man auch nicht so viel lesen da hat man die Fakten lieber kurz und bündig da stehen.
Hier habe ich in meinem Blog auch über dieses Thema berichtet.
http://blog.servervoice.de/optimale-artikellaenge/
Servus,
also meine Artikel sind immer eher kurz. Zwar nennt sich der Blog Magazin, aber das Medium Blog ist einfach kein Printmagazin mit Mehrseitern und Themenserien. Das Medium Blog wird auch anders konsumiert, nicht mit einem Glas Wein auf der Couch sondern eher in der Mittagspause oder morgens während einem Nutellabrot.
Also sind meine Artikel genau eine Nutellabrotlänge lang
Gruß
Weltreiselst
@Andi Stimmt, es kommt immer aufs Thema an. Du sprichst in deinem Artikel Tutorials als Beispiel an, das finde ich gut. An der Schreibweise von Tutorials kann man sich vermutlich häuiger orientieren. Die Schreibweise ist ja meist kurz, übersichtlich und trotzdem detailliert.
@Weltreiselust Schöner Blog. Meine Erfahrungen mit Printmagazinen beschränken sich in letzter Zeit leider nur aufs Badezimmer *hust*. Aber Magazine bieten ja im Normalfall immer einen wunderbaren Mix aus langen Artikeln über mehrere Seiten, kürzeren einseitigen Artikeln und ganz kurzen Berichten, bestehend aus 5-6 Sätzen. Das macht den Reiz eines Magazins aus. Für jede Situation der passende Input. Daran kann man sich mit als Blogger durchaus orientieren.
Ich denke, dass es keine optimale Länge für Artikel gibt. Betrachte ich z.B. mein Filmtagebuch, so hat ein Artikel dort meist um die 300-400 Worte. Würde ich mehr schreiben, müsste ich es mir aus den Fingern saugen. Bei weniger, würden evtl., für mich, wichtige Informationen untergehen. Mein Anspruch an einen solchen Artikel ist eine kurze Inhaltsübersicht, was hat mir gefallen, was hat mir nicht gefallen und ggf. eine kleine Interpretation der Machart. Anschließend ein kurzes Statement und eine Wertung. Hintergründige Informationen über den Macher, die Entstehungsgeschichte, etc. sind zwar interessant aber für das Filmtagebuch unangebracht. Anders sieht es bei einer tiefergehenden Rezension aus.
Hier muss ich, gerade bei unbekannteren Dingen, weiter ausholen und grabe auch die ein oder andere wissenswerte Information aus dem Internet heraus. Unter 700 Worten geht hier eher wenig.
Kurze Meldungen, die man einfach wiedergeben möchte, können sogar extrem kurz ausfallen, wobei hier widerum der eigene Anspruch erfüllt sein sollte.
Dann gibt es widerum Artikel, die eine Meinung widerspiegeln und obendrein stark Hintergründe und Entstehung beleuchten. Diese fallen erfahrungsgemäß ziemlich lang aus. Je umfangreicher das entsprechende Thema ist, bietet sich hier auch eine Artikelserie an. Rein vom psychologischen Standpunkt her ist das auch sinnvoll, denn wenn den Leser das Thema wirklich interessiert, möchte er auch die nächsten Episoden lesen, wie bei einer Fortsetzungsgeschichte.
@Weltreiselust: Deinen Standpunkt mit der Kaffeepause kann ich zwar nachvollziehen, aber nicht bestätigen, denn ich lese gerne Artikel in Blogs. Wenn mir diese zu lang erscheinen, scheue ich mich nicht, diese auch mal auszudrucken und dann gemütlich auf dem Sofa zu lesen. Artikel in Printmagazinen hingegen öden mich meist nur an, da, zwangsläufig, die Aktualität nicht gegeben ist. Wie Piet, lese ich Printmedien auch nur im Bad auf dem “Thron”, dann sind das meist Bedienungsanleitungen, die ich ohnehin nie lesen würde. Über Zweck und Nutzen kann man nun natürlich streiten.
Meine Artikel geraten immer etwas länger als gewollt. Da ich mir meist Zeit lasse mit dem Schreiben fallen mir während der Vorbereitungszeit auch immer mehr Dinge ein, die ich wichtig finde und unbedingt unterbringen möchte.
Selbst die Artikel aus meiner Artikelserie sind lang (fällt mir grad auf – lol)
Beim Lesen gefallen mir beide Sorten von Artikeln. Lange Artikel stören mich nicht.
Dann schon eher, wenn täglich sehr lange Artikel veröffentlicht werden. Oder schlimmer: mehrere auf einmal. Man will ja auch mal woanders lesen als nur auf dem einen Blog. Und einfach löschen fühlt sich nicht gut an…
Beim Lesen auf anderen Blogs gehe ich letztens genau so vor, wenn ich später zum Lesen wiederkommen will. Allerdings landen diese Blogunterseiten in einem neuen FF-Tab und ich habe den notwendigen Überblick.
Lange Artikel zu lesen, benötigt wiederum mehr Zeit, aber wenn mich das Thema interessiert, nehme ich mir die Zeit und lese alles durch. Das muss dann schon sein:-)
Ich selbst schreibe gerne einen ganzen von mir aus einen langen Artikel und schliesse es dann auch ab, da Artikelserien einen weiteren Arbeitsaufwand erfordern und dabei berücksichtige ich immer wieder den Zeitfaktor.
Kurzartikel sind eher bei den Usern begehrt, welche wirklich Dutzende Blogs jeden Tag lesen und dann noch selbst bloggen. Da ist wahrscheinlich wirklich alles bis ins kleinste Detail organisiert.
Daher sage ich, dass lange Artikel im Grossen und Ganzen zu meinem Favorit gehören, sowohl beim eigentlichen Bloggen als auch beim Lesen. Wenn dabei jedoch eine Artikelserie vermieden werden kann.
Kurzartikel werden zwischendurch verschluckt und leider kommentiere ich dabei oft nicht. Weil es dabei oft Themen sind, welche entweder schon bekannt sind oder man bekommt nicht genügend Anreiz, um mitdiskutieren zu wollen. Es ist auch von Tag zu Tag unterschiedlich.
Artikelserien werden meiner Meinung nach seitens eines bloggenden Lesers oft vernachlässigt. Reine Blogleser haben da wahrscheinlich viel mehr Zeit für und haben einen viel genaueren Überblick über eine Artikelserie.
@Lizzy Interessant, das ist auch ein Punkt der gelegentlich für kürzere Artikel spricht. Wenn man täglich ellenlange Artikel veröffentlicht kann der Leser wirklich überfordert werden. Wenn ich ehrlich bin finde ich in meinem gut gefüllten Feedreader auch nur maximal 1 dutzend Blogs auf denen ich trotzdem lesen würde. Andere würden evtl. nach einer Weile mit zeitweiliger Ignoranz gestraft.
@Alex Habe das heute auch schon mal irgendwo so ähnlich gelesen, Artikelserien wären wohl eher etwas für Suchmaschinen-Besucher als für Feedleser. Kann das zwar nicht bestätigen aber ich glaube man muss wirklich Fan eines Bloggers sein um sich eine mehrteilige Artikelserie zu Gemüte zu führen.
Lange Artikel finden viele Leser scheinbar nicht so toll. Jedenfalls gibt es bei diesen nach meinen Erfahrungen weniger Kommentare. Natürlich hängt es vom Inhalt ab. Ich schreibe häufiger über Politik oder gesellschaftliche Fragen. Dafür interessieren sich zwar auch nicht wenige, aber ich musste eben lernen, dass es bessere Blogs für diese Themen gibt. Dort sind dann auch lange Texte kein Hindernis für viele Lesermeinungen sprich Kommentare. So ist das Leben. Wenn ein Text richtig gut ist, wird er gelesen – auch wenn er lang ist. Generell würde ich persönlich eher zu kurzen Texten raten.
Ich muss ehrlich sagen – ich lese lieber kürzere Artikel .. da liegt eben die Würze .. Grosse Wortschwalle zu lesen liegen mir fern .. wenn das Haus grün ist dann ist es grünb .. und es muss nicht gleich idyllisch ausschauen, eine Liasion mit der Natur im Umland sein, und auch der wolhriechdne Duft der Rosen aus dem Vorgarten ändert nichts an der Tatsache dass das Haus grün ist.
Interessanter Artikel. Meine Erfahrung ist, dass kurze Artikel häufig kurzfristig mehr Kommentare bekommen, aber lange, gut geschriebene Artikel auf Dauer mehr Backlinks und Suchmaschinenbesucher bekommen.
Übrigens interessanter Blog hier. Hab ich direkt mal abonniert
Es ist wirklich sehr schwer grosse Artikeln zu schreiben. Man muss immer an dem Hauptthema denken und logisch Schritt um Schritt seine Meinung äußern, um andere alles verstehen. Während des Schreiben erscheinen sehr oft neue Fragen, die das Hauptthema ersetzen können.