Kostenloser Versand: Vergrault eBay kleine Verkäufer?
Es gab mal wieder Änderungen bei eBay, und schon taucht auch wieder die Diskussion auf ob damit nun die kleinen Privatverkäufer von der Plattform vergrault werden. Bei vielen Verkäufern konnte man bisher Sprüche wie “Versand du, eBay ich” lesen. Dieser Spruch wird nun in einigen Kategorie wegfallen und “Versand ich, eBay ich” lauten müssen. Denn ab heute wird für alle eBay-Angebote in den Medien-Kategorien der kostenlose Versand Pflicht!
Natürlich sind nicht nur kleine Privatverkäufer davon betroffen, sondern auch gewerbliche Verkäufer. Was heißt das nun genau?
Ich versuche mal ein kleines Beispiel zu konstruieren. Hans Mustermann aus Musterhausen räumt 1x im Jahr sein Bücherregal und den DVD-Schrank auf. Bücher und Filme von denen er sich trennen möchte stellte er bislang für 1 Euro Startpreis bei eBay ein, zusätzlich dazu wurden Versandkosten angegeben die der Käufer zusätzlich zum Auktionspreis zu tragen hat. Ab jetzt dürfen diese Kosten dem Käufer nicht mehr extra in Rechnung gestellt werden. Sprich Hans bezahlt den Versand selbst. Verkauft Hans also einen Roman für 1 Euro, so muss er davon auch noch den Versand und die eBay Gebühr abziehen. Was übrig bleibt kann man sich ausrechnen. Entweder so gut wie garnichts, oder Hans zahlt sogar noch drauf.
Eine Alternative dazu ist es nun die Versandkosten direkt mit in den Startpreis einzurechnen. Hans müsste seine Auktion nun also beispielsweise mit 3 Euro starten statt nur mit 1 Euro. Höherer Startpreis bedeutet aber auch gleichzeitig wieder höhere eBay Gebühren bezahlen zu müssen. Ausserdem bleibt die Frage ob der Artikel dann die gleiche Anziehungskraft erzielt wie ein Artikel der nach dem Schema der Volksauktion mit 1 Euro startet und Schnäppchenjäger anspricht.
Die Meinungen dazu gehen aktuell etwas auseinander. Ob der Käufer jetzt 1 Euro Auktionspreis + 2 Euro Versandkosten bezahlt oder direkt 3 Euro Auktionspreis und dafür keine Versandkosten zu tragen hat. Für viele Käufer ist das ersten Stimmen nach scheinbar egal. Aus Sicht der Verkäufer ist es aber schon ein Unterschied, besonders bzgl. der Gebühren.
Natürlich hat diese Umstellung auch einen Grund den ich sogar selbst nachvollziehen kann. Ein eBay-Thema der letzten Jahre war immer wieder der Schwindel mit den Versandkosten. Ich selbst habe es als Käufer auch schon erlebt 6,90 Euro Versand für ein Paket bezahlt zu haben (wegen Versicherung) um dann ein Päkchen im Briefkasten vorzufinden welches den Verkäufer nur 3,90 Versand gekostet hat. Die Masche über die Versandkosten noch den ein oder anderen Euro in die eigene Tasche fließen zu lassen hatte bei einigen Zwielichtigen Verkäufern also Methode. Das soll nun mit der Neuerung des kostenlosen Versands verhindert werden.
So gut diese Neuerung auch gemeint ist, sie erweckt aus Sicht des Verkäufers doch wieder einen faden Beigeschmack und hat wohl zurecht die Diskussion aufgeworfen welchen Wert die Kleinverkäufer bei eBay überhaupt noch haben. Es ist ohne Zweifel richtig Wert auf die Käufer zu legen und diese vor Betrug zu schützen. Aber der Verkäufer wird immer weiter eingeschränkt. Auch die Tatsache keine negativen Bewertungen mehr abgeben zu können gehört für mich dazu. Denn nicht nur bei den Verkäufern gibt es schwarze Schafe.
Bei Kleidern, Zubehör und Accessoires gilt der sogenannte kostenlose Versand bereits seit Mitte Juni dieses Jahres. Von heute an wird das Prinzip auch auf die beliebten Warenarten wie Bücher, Videospiele oder Musikartikel ausgedehnt. Weitere Informationen, auch darüber welche Kategorien zu den Medien-Kategorien, zählen findet ihr hier: http://sellerupdate.ebay.de/freeshipping.html
Unter anderem haben auch die Stuttgarter Nachrichten schon darüber berichtet: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2243689
Wie seht ihr die Änderungen? Ein Grund als Käufer künftig verstärkt zuzuschlagen und/oder die Aktivitäten als Verkäufer einzustellen? Ich persönlich vermisse den Trödelmarkt-Charakter mit Schnäppchenjagd den eBay noch vor einigen Jahren hatte.
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Ja, eBay hat in den letzten Jahren viele Aenderungen gebracht, die ich nicht immer nachvollziehen konnte oder nicht gutheißen.
Das mit dem kostenlosen Versand, kann ich zwar definitiv nachvollziehen, ist auch sicherlich gut gemeint. Aber wie es sich auswirken wird? Für die Käufer wird es sicherlich einen Hurra-Schrei geben, aber die Verkäufer?
Ich tue beides auf eBay. Kaufen und verkaufen und werde es hoffentlich auch in Zukunft noch. Denn bislang haben die Neuerungen mich persönlich nicht wirklich umgehauen, auch wenn es bei anderen sicherlich anders aussehen mag.
Danke jedenfalls für den Artikel, die Nachrichten und die genannten Beispiele – sehr schön!
Angenehmen Montag Euch allen!
Tja was soll man dazu sagen…ebay halt. Wäre doch mal gut gewesen, wenn die das nur für power seller gemacht hätten. Aber Wie du schon mit deinem Herr Mustermann erklärt hast, wird es die kleinen verkäufer abschrecken. Ich als käufer freue mich natürlich darüber. Aber Ich denke, ebay wollte somit eine höhere Gebühren einnahme erreichen. Ich verkaufe sogut wie gar nichts mehr über ebay, von daher ist mir das relativ egal…:)
Ich habe eine Zeit lang sehr viel über Ebay gemacht – sowohl privat, wie auch gewerblich. Aber den Ärger und Stress tu ich mir schon seit gut einem Jahr nicht mehr an.
Wie Ebay mit seinen Kunden (Verkäufer und teilweise auch Käufer) teilweise umgeht, ist aus meiner Sicht oft nicht nachvollziehbar.
Das Problem ist, dass es icht wirklich eine Alternative gibt. Fast alle anderen Plattformen, obwohl von der technischen Umsetzung und der Gebührenstrucktur oft durchaus konkurenzfähig, sind für Verkäufer auf Grund der niedrigen Kundenzahl uninteressant oder bieten für Käufer zu wenig Angebote (Teufelskreis).
Ich setzte bei privaten Verkäufen auf Trödelmärkte und entsprechende Print-Publikationen. Gewerblich habe ich den Verkauf übers Internet ganz eingestellt, weil mal als “Kleiner” einfach keine Chance hat (zumindest, wenn man ehrlich bleiben will).
@Alex So geht es mir auch. Viel ist passiert in den letzten Jahren und oft hat man es nicht wirklich nachvollziehen können.
@Katja Ein Schelm wer etwas an etwas anderes als an den (notwendigen) Käuferschutz denkt. Aber ich denke es ist eine Tatsache das auch der Klingelbeutel von eBay dadurch einen Vorteil bekommt.
@kleiner_Baum Das ist die “Faszination” des Monopols glaube ich. Die Alternativen wie z.B Hood sind gegeben, aber die Kundenzahl ist wie du sagst viel geringer. Im Internet einkaufen/verkaufen = eBay. Im Internet etwas suchen = Google. Im Internet Videos anschauen = YouTube. Das ist in den Köpfen drin wie Frische Milch = Kuh. Die Monopole sind nicht unverdient. Aber im Falle von eBay schaffen es die Alternativen einfach nicht aus dem Schatten herauszutreten. Und da sich alles bei eBay abspielt gehen Käufer und Verkäufer auch immer wieder dorthin zurück. Wie du sagst, ein Teufelskreis der auch absehbar nicht durchbrochen wird.
Das ist zum Teil richtig. Das merkst Du zum Beispiel, wenn Du bei dem Anbieter zwei oder drei Sachen kaufst und er 3x Versand berechnet. Dann trägt der Versand den Verkauf. Ich hatte mich schon über USB-Sticks für 1,50 gefreut;-)
Ich kann mir auch folgendes vorstellen: Der Boss von Ebay profitiert an steigendem Umsatz – Optionsscheine Buni etc.
Jetzt ist der Verkaufspreis plötzlich als Umsatz mit drin – davor war er separat ausgewiesen als – - – Porto. Auch die Aktionäre freut mehr Umsatz. Fragt sich wie lange
Der kostenlose Versand trift den privaten Buchverkäufer besonders, da die Verkaufsrate bei Büchern unter 10% liegt. Wenn der Verkäufer ein Buch für 3 bis 4 Euro anbieten und dafür nun eine Einstellgebühr bezahlen muss, dann den Artikel sieben oder achtmal anbieten muss, bis er verkauft ist, macht nur noch eBay Gewinn.
Es wäre schön gewesen, wenn das nur die großen gewerblichen Händler getroffen hätte. So überlegt es sich der kleine private Verkäufer gleich zweimal, ob er es als Artikel bei ebay einstellt, oder lieber gleich in die Tonne wirft. Das letztere könnte ihm auch ne Menge Ärger ersparen.
Den Käufer wirds freuen, aber wer wie Du im Beispiel geschreiben hast, mal schnell ausmisten möchte, der wird bestraft.
Ich kanns nicht mehr hören, von wegen “Schwindel mit den Versandkosten” – wenn ein Verkäufer Versand für 6,90 Euro angibt, dann sind das eben nicht nur Portokosten.
Eine Auktion bei eBay ist keine selbstlose Volksbeglückung, auch die Verkäufer wollen Gewinn machen, egal ob mit dem Artikel oder mit der kleinen Differenz bei dem Versandkosten.
eBay-Käufer sind schon ein seltsames Völkchen…
@Susann Ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen, aber so unfair dann auch 3x den Versand zu berechnen wird doch wohl niemand sein, oder? Zumindest wenn sich alle 3 Artikel in einer Sendung verschicken ließen?
Habe das auch schon gehabt das jemand über die Kaufabwicklung so schnell reagiert hat dass er schon für 2 Artikel jeweils mit Porto überwiesen hatte noch bevor ich reagieren konnte. Aber dann schreibt man ne Mail und schickt den Mehrbetrag wieder zurück. Freut auch die Bewertungen wenn man sich da fair zeigt.
@Michael Logische Rechnung, da bleibt nichts übrig und der Gang zum nächsten Trödelmarkt ist viel naheliegender.
@Pe-Su-Ki Ob mans nun nur an die gewerblichen Händler weitergeben sollte weiß ich nicht. Da hängen auch teilweise Exizstenzen dran die sich nun Gedanken machen. Evtl. nur für Artikelzustand Neu & OVP diesen kostenlosen Versand, oder gleich eine andere Lösung suchen. Susann hat das schon schön geschrieben, irgendwer freut sich jetzt das der Versand über den Verkaufspreis inkl. Gebühren abgewickelt wird.
@Jan Ich selbst bin bislang halbwegs regelmäßiger Käufer und Verkäufer. Und ich muss sagen, nach dieser Aussage von dir bin ich froh noch nie etwas bei dir gekauft zu haben. Als Versandkosten können Porto und Verpackung genannt werden. Nicht mehr. Der Verkäufer kann seinen Gewinn mit der Auktion machen. Wer falsche Versandkosten angibt und sich dann das Geld in die Tasche steckt gehört mit einer entsprechenden negativen Bewertung versehen. Du sagst es ja selbst, Auktionen sind keine Volksbeglückung. Weder für Käufer noch für Verkäufer.
Ich wünsche dir, falls du bei eBay kaufst, auch mal 6,90 Euro für den Versand als Paket zu bezahlen und dann einen Maxibrief für 2,20 Euro zu erhalten mit zerquetschter Ware drin. Da kommt Freude auf.
Ich hatte iPod Lautsprecher versteigert für 17 Euro. Da sie in der Kategorie iPod Zubehör versteigert wurden, die Versandkosten frei sein muss, habe ich dank Versand einen Reingewinn von knapp 6 Euro an den Lautsprechern gehabt!
Der Rest ging für Versand und Verpackung drauf!!!
@Basti Ärgerlich, extrem ärgerlich. Da hättest du auf dem Trödelmarkt vermutlich mehr daran verdient.
Solange der Markt – also Angebot und Nachfrage funktionieren ist das kein Problem. Dann wird jeder rechnen was das Teil kostet und den Versand noch mit draufrechnen. dann bin ich ja bereit 3-4 Euro höher zu bieten. Dann biet ich auch schon mal eher weil ich hoff ein Schnäppchen zu machen.
Nur wenn da ein Missverhältnis ist zwischen Angebot und Nachfrage – Ein Artikel – ein Kaufinteressent – und Du das Teil für einen Euro eingestellt hast gibt es ein Problem.
Dann greifen aber oft Marktregulierer (Oma, Bruder, …) ein und optimieren den Preis;-)
Darum muss Ebay immer versuchen etwas mehr Käufer als Anbieter zu bekommen.
@Basti, 11 Euro für Versand? Ich hab mal 1 Meter große Standboxen 15 Kilo via Hermes verschickt für +- 8 Euro glaub ich.
Ich habe heute mal bei neu eingestellten Artikeln auf die Reaktionen der Verkäufer geachtet. Interssant zu sehen: Eine Musik CD wird also auch weiterhin mit 1 Euro gestartet, allerdings findet man jetzt den Hinweis “Nur an Selbstabholer”. Wer sie trotzdem kaufen möchte wird dann wohl mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen müssen um sich anderweitig zu einigen. So kann man es natürlich auch machen.
Nicht schlecht. Tja, man muss sich halt immer anpassen!
Also ich denke, dass ebay sich nach und nach damit selbst auflöst. Die immer enger gezogenen Kreise, die den Verkäufer in Rechten und Finanzen einschränken…Jetzt, wo man schlecht laufende Artikel wie Bücher und CDs nicht einmal mehr kostendeckend verkaufen kann, nutze ich wieder die herkömmlichen Anzeigenmärkte wie kalaydo. Dort kann man super verkaufen: kostenlos und persönlich… mir ist der Auktionsgigant mittlerweile echt suspekt. Viele Änderungen bewirken auch Unsicherheit und Vertrauensverlust. Das sollten die sich in der Chefetage mal überlegen!
@chief Das denke ich mittlerweile schon seit knapp 3 Jahren. Irgendwann muss doch jedem mal der Kragen platzen bei den ganzen Verschlimmbesserungen gegenüber den Verkäufern. Das “alte” eBay vor 5-6 Jahren war um längen interessanter, nicht nur wegen der höheren Spannung bei Auktionen. Nunja, bei den meisten Verkäufern ist es so, sie grummeln ein wenig, machen mal 2-3 Wochen Pause aus Protest aber stellen dann doch wieder bei eBay ein, mangels hochwertiger Alternativen. Anzeigenmärkte sind eine Alternative über die man auch verkaufen kann, aber das Publikum ist einfach nicht dasselbe. Ebay entwickelt sich vom spannungsgeladenen Trödelmarkt für jedermann zur Shopping-Mall wie man sie in jeder größeren Innenstadt findet. Schade drum.
Ja, ich war mal ebay-Fan.
Viele Schnäppchen werden nun den Weg dorthin nicht mehr finden und das ist dann für die potentiellen Käufer auch doof.
Die Masche mit der Abholung werde ich mir aber merken!
Klar wollen die einen höheren Startpreis und die dazugehörigen Gebühren. Alles klar!
Ich hab noch ca.150 alte Strickzeitungen, die hab ich immer wieder eingestellt, bis sie für 1 € weg gingen, nun kommen sie in die Papiertonne…und ein anderer hätte sich gefreut….
Huhu Miki. Ich glaube mittlerweile können viele Verkäufer von sich behaupten eBay-Fan gewesen zu sein. Die Verkäufer haben in meinen Augen viel zu viele Steine in den Weg gelegt bekommen dank vielen schwarzen Schafen die Käufer beschissen haben. Die Konsequenzen dürfen alle tragen. Evtl. hat eBay den Unmut vieler kleiner Verkäufer mittlerweile erkannt und deshalb heute mal wieder einen Tag eingelegt an dem private Verkäufer gebührenfrei einstellen können.
Die Masche mit der Abholung als Hauptversandart nutzen mittlerweile sehr viele Leute. Wie lange man das so beibehalten kann sei dahingestellt. Bei einigen Verkäufer konnte man sogar die Ankündigung eines baldigen Wechsels zu Hood in der Artikelbeschreibung lesen *g*
Auf jeden Fall ist es sehr schade wenn Sachen in die Tonne wandern weil eBay den Verkauf uninteressant macht.
Das habe ich auch von einem Arbeitskollegen gehört, dass ist schon eine Frechheit das man für manche Artikel keine Versandkosten nehmen darf. Wenn man einen Artikel nur für 1€ verkauft hat man ja mehr aufwand als man bekommen hat für nen Brief oder größeres Paket.
Ich habe bisher häufig Platten, CDs und Bücher, die ich aussortiert hab, bei Ebay reingestellt. Ist nach der Versandkosten-Änderung hinfällig. Ich nutze jetzt lieber discogs.com oder Amazon Marketplace, da zahlt man nur beim Verkauf Gebühren, einstellen ist kostenlos. Einziger Nachteil: es gibt keine Auktionen, sondern nur Festpreis. Trotzdem kurios: da sind solche Konkurrenten wegen gutem Service und Community-Anbindung eh schon kaum zu schlagen, nun wird man von Ebay noch geradezu in deren Arme getrieben. Ciao Ebay!