Mir fällt in letzter Zeit immer wieder auf, wie stark die Blogospähre doch täglich von Artikeln in Listenform durchflutet wird. Die 10 besten WordPress-Themes, 15 unwiderstehliche Plugins, die 20 größten Fehler beim bloggen usw usw. Die Liste der Listen (welch Wortspiel) ließe sich fast unendlich fortsetzen. Besonders interessant ist die Tatsache dass diese Listen immer wieder als absoluter Besuchermagnet herausstechen. Große Online-Magazine arbeiten regelmäßig interessante Webfundstücke in solchen Listen auf, und die Besucher strömen.  Man kann fast schon den Vergleich “Was der Motte ihr Licht, ist dem Blogger die nächste Top-Liste” anstellen.

motteDoch nicht nur Artikel mit Listen ziehen an. Auch diverse Rankings und Hitparaden haben eine ähnliche Wirkung. Die Deutschen Blogcharts, das Wikio-Ranking, die Topliste der User mit den meisten Followern bei Twitter, die Gehaltslisten diverser Top-Manager und viele viele andere. Alles wirkt automatisch ein wenig anziehend, man würde jederzeit einem Blick riskieren und selbst ebenfalls gerne in dieser Liste zu sehen sein.

Ich möchte jetzt jedoch nicht auf die deutschen Singlecharts oder ähnliches eingehen, sondern mich nur mit dem für Blogger relevanten Teil befassen. Nämlich die erwähnten Artikel in Listenform.

Und wer genauer darüber nachdenkt kommt dem Geheimnis des Erfolges auch relativ schnell auf die Spur.  Nehmen wir mal das Beispiel der 10 schönsten WordPress-Themes. Schreibe ich einen Artikel darüber und verpacke alles in einem durchgehend fließenden Text, ohne Absätze wird der Artikel nicht häufig gelesen. Vermutlich weil der Zeitaufwand den Nutzen nicht unbedingt aufwiegt.


Schreibe ich den Artikel jedoch in Listenform sieht das Ganze komplett anders aus. Ein kleiner Screenshot zu jedem Theme, eine kurze und aussagekräftige Beschreibung sowie ein Link zum Download. Schon hat man die selbe Information viel ansprechender und übersichtlicher verpackt. Das freut den Leser.

Die Übersichtlichkeit einer Liste ist in meinen Augen das Hauptargument für ihren Erfolg. Eine Liste mit allen wichtigen Infos in Kurzform nimmt einem Artikel die Komplexität und bringt sofort Ordnung ins Chaos der Informationen. Soetwas gefällt dem Leser natürlich und erhöht die Wahrscheinlichkeit wiederkehrender Besucher enorm.

Ich bilde da auch keine Ausnahme, entdecke ich eine Liste mit interessanten Informationen gibt es im Normalfall ein Lesezeichen um später alles genauer anzuschauen. Ich muss mir ja schließlich keine Sorgen machen erneut einen Textberg durchforsten zu müssen sondern weiß dass ich auf eine übersichtliche Liste treffe. Aus diesem Grund lassen sich Listenartikel auch perfekt empfehlen (täglich tausende Male auf Twitter zu erleben). Eine Liste kann ich sofort guten Gewissens weiterempfehlen und weiß das der Empfänger die Liste ebenso aufnimmt wie ich. Im Vergleich zu einem langen Text ein klarer Vorteil. Der Empfänger wird nicht sehr begeistert sein wenn ich ihm einen Link  mit dem Hinweis zusende “Da irgendwo im Text ist die Information, ich glaube du musst 2-3x scrollen bis du sie findest“.

Jeder leidenschaftliche Blogger wird sich natürlich dagegen sträuben künftig nur noch solche Listen anzufertigen. Der Reiz des bloggens ist es ja sich auch mal längere Artikel von der Seele zu schreiben. Ich bin jedoch sehr experimentierfreudig und werde es in Zukunft mal mit dem ein oder anderen Artikel in Listenform probieren. Stelle ich doch auf meinem Blog schon fest das Artikelüberschriften die eine Liste andeuten gut besucht werden (Meine liebsten WordPress-Plugins zum Beispiel). Vielleicht probiert es ja der ein oder andere auch mal aus wenn kein passendes Thema für einen neuen Artikel in Sicht ist. Ich glaube fest daran das solche Artikel für jeden Blog eine Bereicherung darstellen und helfen die Popularität zu steigern, nur übertreiben sollte man es nicht.

Einen richtig tollen Artikel der sich eingehend mit der Faszination von Listen befasst findet ihr hier: Top10 – 10 Punkte, warum wir Listen lieben. Wirklich lesenswert.

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11 Kommentare

  1. sascha sagt:

    Hmmm. Schön das du darüber geschrieben hast. Und so ausführlich… Werde meinen Draft zu dem Thema dann mal löschen, sonst heißt es später noch ich schreibe ab. :-)

    Das wie und warum hätte ich ein wenig anders beschrieben, aber sonst fast der gleiche Artikel. Grrrr…

  2. Piet sagt:

    Tut mir leid, das ist ärgerlich. Aber wieso löschen? Veröffentliche deinen Artikel wann immer du magst, Konkurrenzdenken bringt dich nicht weiter ;)

  3. Michael sagt:

    Hi Piet,

    faszinierend, was Du alles für Themen findest, aber Du hast Recht, manche Listen liest man gerne und manche nicht, hängt viel an der Aufmachung.

    LG

    Michael
    (der mit seinem Real-Namen kommentiert ;) )

  4. Daniel sagt:

    Listen sind großartig. Auf meinem Blog habe ich bisher nicht sehr viele gepostet, aber spätestens zum Jahresende gibt’s zu jeder Kategorie Best-Of-Listen mit den besten Filmen, Videospielen usw. (inkl. etlicher Unterkategorien, versteht sich). Da bin ich schon echt heiß drauf …

    Ich denke, du hast das richtig zusammengefasst. Listen locken und sind durchaus schnell aufgestellt. Um aber eine gute Liste machen zu können (seien es Themes, Icons, Wallpaper etc.) braucht es viel Recherche. Außerdem helfen Listen anderen Websites weiter, Popularität zu erlangen. Ausgehend von diesen zwei Punkten bin ich der Meinung, dass nichts Verwerfliches daran ist. Ich jedenfalls bin gespannt auf deine ersten Listen-Artikel!

  5. Piet sagt:

    @Micha Themen habe ich massig, mittlerweile weiß ich schon garnicht mehr was ich mir als nächstes vornehmen soll. Muss dringend aufhören mir immer mehr Zeug zu notieren. Bzgl Realname denk dir mal einen kleinen Applaus, ich finds gut :)

    @Daniel Diese “Best of 200x” Listen sind auch immer spannend. Da entdecke ich immer pünktlich zum Jahresende was ich alles verpasst habe *g*

    Wegen eigener Listen hast du Recht, es braucht extrem viel Recherche will man nicht einfach nur irgendwo abkupfern, wobei auch ein Link zu anderen Listen durchaus von Vorteil sein kann. Wenn ich Listen erstelle soll da schon der größte Teil aus meinem eigenen Sammelsurium entspringen. Fleißarbeit, ohne Frage.

  6. Lizzy sagt:

    @Sascha: Hoffentlich war das nicht der Artikel, wegen dem Du mich letztens angeschrieben hattest…?

    Ich arbeite auch gerade an meiner ersten Top10-Liste.
    Eigentlich hatte ich einen normalen Artikel geplant, merkte dann aber, dass ich selbst durcheinander kam und habe dann die Liste erstellt.

    Und da die eine Top10-Liste nicht alle Punkte des Artikels abdeckt, kann ich dadurch sogar mehrere Listen aus nur einem Artikel bauen, die ich getrennt voneinander veröffentlichen kann. (Das war ein überraschend positiver Nebeneffekt. :-) )

  7. sascha sagt:

    @Lizzy Nein das war er nicht. Ist mir auch egal, hätte ja genug, auch wenn ich mir die gerne für den Winter aufsparen würde.

    @Micha Kann ich dem Piet nur zustimmen ::: Applaus

  8. Piet sagt:

    @Lizzy Mach dir keine Sorgen wegen Sascha, wir stehen in keinem Konkurrenzkampf, auch wenn wir gelegentlich Zahlen und Daten vergleichen. Ich krieg ihn schon überredet seinen Artikel zu veröffentlichen.

    Einen großen Artikel in 2 Artikel mit Listen umzuwandeln ist eine gute Idee. Durch getrennte Veröffentlichung entsteht bei deinen Lesern ja möglicherweise ein wenig Spannung wenn sie dem 2. Teil entgegenfiebern :)

  9. Mac_BetH sagt:

    Hallo Piet,

    ich denke wir Menschen stehen deshalb auf Listen, weil man damit allem eine Struktur geben kann, die leicht verständlich ist!

    Und du kannst die Liste auch sortieren, von wichtig nach unwichtig: Wobei ich irgendwo gelesen habe eine Liste sollte immer von unwichtig nach wichtig gehen, um das Interesse des Lesenden zu wecken!

    Toller Artikel!

    Danke!

    Gruß

    Matthias

  10. Piet sagt:

    Danke für dein Lob :) Die Sache mit der Reihenfolge von unwichtig nach wichtig schreibe ich mir mal direkt hinter die Ohren. Ich hätte nämlich mit dem Sahnestück angefangen.

  11. [...] Liste widme ich Matthias (Mac_BetH), wegen seinem Kommentar zur Reihenfolge der Listen-Elemente bei Online [...]