Ein eigener Blog ist toll, nicht wahr? Bis Ende August war das auch meine Einstellung und ich habe jede Stunde, die ich hier mit neuen Artikeln oder Bastelarbeiten verbringen konnte, extrem genossen. Mit den letzten sonnigen Tagen des Augusts verblasste dann aber auch erstmal meine Freude an diesem Blog. Immer wieder gab es Gründe mich zu ärgern. Mittlerweile ist der Ärger halbwegs verflogen und der Spaß kehrt zurück. Ich möchte heute mal ein wenig umfangreicher auf die Probleme und die Lösungen eingehen, denn ich denke mein “Leid” teilen auch einige andere Blogger.

Müllkippe oder Litfaßsäule?!

spamabladenDer erste Grund für meine Unmut waren Spamkommentare. Größtenteils automatischer, teilweise aber auch manueller Natur.  Natürlich hat nie solch ein Kommentar den Weg in meine Artikel gefunden, aber es hat mich teilweise maßlos geärgert das mein Blog wie eine Müllkippe für automatisierte Spamkommetare behandelt wurde. Gewinnspiele, Glückspiele, Medikamente oder Bildersammlungen nackter VIP’s sollten hier beworben werden.

Auch die manuellen Werbemaßnahmen vermeintlicher Suchmaschinen-Optimierer, die meinen Blog als Litfaßsäule für dümmliche und inhaltlose Werbekommentare auserkoren  hatten, waren für mich immer wieder ein Anlass genervt den Kopf zu schütteln. Einen Schub dieser Kommentare brachte mir die Nennung auf Linkquellen.de – eine Medaille mit 2 Seiten dort empfohlen zu werden. Allerdings möchte ich diesen Dienst nun nicht ganz schlecht machen, denn ich glaube auch einige anständige Kommentare von Referrern dieser Seite bekommen zu haben.

Wer hier mitgelesen hat wird in einigen Artikeln mitbekommen haben dass allein die Präsenz von solchem Werbemüll im Spamfilter oder in der Moderationswartschlange mich schon auf die Palme gebracht hat. Diese Sachen dann nach Endkontrolle immer wieder aufs neue zu löschen war als würde man jeden morgen einen Hundehaufen vor der Haustür wegkratzen müssen. Getreu dem Motto “Der stete Tropfen höhlt den Stein” kann man hier sagen “Der stete Spam vergrämt den Blogger“!.

Contentquelle mit Selbstbedienung?!

Der andere Grund der mich in letzter Zeit häufig am fortbestehen meines Blogs zweifeln ließ ist die Tatsache dass sich mehr und mehr Leute an meinen Artikeln bedienen. Scheinbar ist es mittlerweile groß in Mode gekommen alles was man mit Strg+C entführen kann auch als frei verfügbar anzusehen. Ich habe wohlgemerkt nichts dagegen wenn sich Besucher von meinen Artikeln inspirieren lassen und die Thematik, gerne auch inhaltsgleich, mit eigenen Worten beschreiben. Was ich nicht mag sind exakte 1:1 Kopien die einfach nur herauskopiert wurden. Erst letzte Woche habe ich wieder einen Blog gefunden der das gemacht hat. Der Gipfel ist dann das auch Bilder mitkopiert werden und das Hotlinking mir hier den Traffic in die Höhe treibt.

Manuelle Contentdiebe verstecken sich meiner Erfahrung nach meist anonym bei kostenlosen Bloghostern und Homepagebaukästen. Es wird Zeit das diese Dienste Impressen zur Pflicht erklären und nicht jeder x-beliebige ganz anonym ein zusammengeklautes Artikelverzeichnis in die Welt setzt. Nur selten trifft man auf Blogger (meist jüngere Jahrgänge) die scheinbar wirklich komplett unwissend waren und Artikel in “bester Absicht” kopiert haben.

Die automatischen Contenträuber haben auch Methode und waren auch bei mir schon im Einsatz. Die große Stärke der Blogs , der RSS Feed, ist auch gleichzeitig die große Schwäche.  RSS Feeds lassen sich relativ einfach auslesen und wiederveröffentlichen. Zwielichtige Dienste mit Sitz (Serverstandort) in Osteuropa oder Asien duplizieren täglich tausende Blogartikel. Meistens gänzlich unbemerkt vom Blogger.

Wenn man dann, meist zufällig oder durch Hinweis befreundeter Blogger, auf diese Seiten trifft die mühelos Texte veröffentlichen an denen man teilweise einige Stunden gesessen hat kommt einem die Galle hoch und man verliert schnell den Mut! Zumindest ging es mir bislang immer so. Ein interessantes, bebildertes Beispiel zum Contentklau/Blogdiebstahl findet ihr bei Matthias.


Problemlösung: Müllkippe oder Litfaßsäule?!

Die Problematik der Spamkommentare habe ich nun Gottseidank seit einiger Zeit perfekt im Griff. Mit Hilfe von 3 Plugins ist hier endlich die gewünschte Ruhe eingekehrt und ich habe nicht mehr das Gefühl eine Werbemüllkippe zu betreten wenn ich mein Dashboard betrete. Zu den 3 Plugins die einsetze nochmal ein paar Details. Evtl. hilft es dem ein oder anderen der aktuell von bösen Spam-Geistern geplagt wird.

Comments-Policy: Dieses Plugin, zu sehen unter dem Kommentarfeld, weißt meine Besucher darauf hin welche Art von Kommentaren hier keine Chance haben. Mit der Zeit hat sich dadurch der manuelle Spam mit Hintergrund hier Back- oder Reflinks unterzubringen stark reduziert, zumindest empfinde ich es so. Theoretisch bedarf es für diese Hinweise aber kein Plugin, man kann die Hinweise auch einfach im Code verankern. Ich finde es allerdings ganz praktisch die Hinweise über eine Schnittstelle im Dashboard bearbeiten zu können.

WP Captcha Free: Auf dieses Plugin bin ich gestoßen als ich nach einem einfachen Captcha Plugin gesucht habe um das kommentieren für Spambots zu erschweren. WP Captcha Free ermöglicht es Ruhe vor diesen Spambots zu haben ohne ein Captcha einzusetzen welches die Leser vergrault. Das Plugin misst die Zeit zwischen Aufruf der Seite und dem absenden eines Kommentares. Da Bots nur wenige Sekunden benötigen um ihre Nachricht ins Kommentarfeld zu setzen werden Kommentare die sofort nach Aufruf der Seite gemacht wurden automatisch abgewiesen und nicht akzeptiert. Ein menschlicher Schreiber der auf mein Artikel reagiert kann nicht so schnell, auch wenn er sich beeilt.

NoSpamNX: Dieses Plugin hatte ich schon länger im Einsatz, allerdings habe ich es irgendwie versäumt die Einstellungen zu überprüfen und mich deshalb lange Zeit umsonst über Kommentare geärgert die als Spam markiert wurden und mir zur Moderation vorgelegt wurden. NoSpamNX kann Kommentare nämlich auch direkt blockieren. An dieser Stelle nochmals ein besonderer Dank an Tanja die mir aufgezeigt hat das ein Haken an der falschen Stelle für meinen Unmut gesorgt hat.

Mit diesen 3 Plugins bin ich ich den automatischen Spam komplett losgeworden und kann die Zeit im Dashboard sinnvoller nutzen als mich durch Spamkommentare zu blättern die moderiert werden möchten. Ich kann also sagen Bot-Spam kommt mir nicht mehr unter die Augen. Manueller Spam ist auch sehr sehr selten geworden. Ich bin mit meiner Spamabwehr also extrem zufrieden und kann dieses 3er-Kombination nur weiterempfehlen.

Problemlösung: Contentquelle mit Selbstbedienung?!

Die Möglichkeiten den Contentklau unter Kontrolle zu bringen sind leider nicht so einfach. Vermutlich wird es sich auch niemals ganz verhindern lassen. Wer klauen möchte wird das auch irgendwie hinbekommen. Ich möchte hier trotzdem ein paar Anregungen geben wie man Contentklau verhindern, entdecken und bekämpfen kann.

Contentklau verhindern

1. Methode – Feed kürzen: Die erste Möglichkeit ist es den Feed des eigenen Blogs zu kürzen da es vermutlich die gängigste Methode ist auf diesem Wege Artikel zu klauen. Allerdings macht diese Methode den Feed nicht nur für Contentdiebe uninteressant. Auch die meisten Leser mögen es nicht, denn viele lesen Artikel gerne in ihrem News-Reader. Ein gekürzter Feed erweckt ausserdem immer den Eindruck Besucher erhaschen zu wollen. Ich selbst habe schon mehrfach überlegt meinen Feed zu kürzen, allerdings möchte ich das meinen Abonnenten nicht zumuten.

2. Methode – Diebstahl per htaccess unterbinden:  Um Diebstahl per htaccess zu unterbinden müsst ihr bereits beklaut worden sein. Und auch dann funktioniert diese Methode nicht immer. Mit Hilfe von Thomas und einem htaccess Mini-Lehrgang habe ich es geschafft 1 Seite den Content wieder zu entziehen den sie von mir bezogen hatten. Ich wollte eigentlich nur das Hotlinking auf meine Bilder unterbinden, und siehe da, auch die Artikel waren verschwunden. Bei der nächsten Seite, einem Portal in Asien, funktionierte es allerdings nicht. Mit der htaccess Methode wird die IP des Servers auf dem eure Inhalte veröffentlicht werden gesperrt. Um die IP zu erfahren könnt ihr z.B http://geotool.flagfox.net nutzen. Vielleicht kann man mit dieser Lösung zumindest einigen dreisten Dieben entgegenwirken und weiteren Diebstahl verhindern.

Contentklau entdecken

1. Methode – ©Feed-Plugin: Vor einigen Tagen habe ich ©Feed Plugin von Frank Bueltge installiert. Mit Hilfe dieses Plugins kann man dem eigenen Feed eine Copyright Mitteilung und einen digitalen Fingerabdruck hinzufügen. Im Normalfall wird dieser Fingerabdruck von automatisierten Contentdieben übernommen. Gibt man diesen Fingerabdruck dann bei  Suchmaschinen ein kann man Plagiate entdecken und dagegen vorgehen. ©Feed kann übrigens auch selbstständig nach Plagiaten suchen und diese dann im Dashboard anzeigen.

2. Methode – Copyscape: Copyscape.com ist ein Webdienst der Plagiate entdecken kann. Man tippt die URL seines Blogs ein und los geht die Suche. Allerdings sind nur die ersten 10 Ergebnisse kostenlos zu sehen, dort wird fast jeder Blogger Ping-Dienste finden bei denen er angemeldet ist. Weitere Ergebnisse sind nur mit einem Premium Account sichtbar (Kosten $0.05 pro Suche)

Contentklau bekämpfen

1. Methode – Der direkte Kontakt: Manchmal (ganz selten) hat man Glück und der Dieb hat ein Impressum oder andere Verweise durch die man auf seine Identität schließen kann. Der 1. logische Schritt ist es für mich zu versuchen Kontakt mit dem Dieb aufzunehmen und ihn zu bitten die gestohlenen Inhalte zu entfernen (zeitlichen Rahmen abstecken). Ich habe es schon erlebt das sich der Dieb als ein Bürschen von knapp 14 Jahren entpuppte das nach meinem strengen Anschreiben die Hose voll hatte und panisch die ganze Seite vom Netz nahm. Letzte Woche bin ich mit dieser Methode einem Dieb begegnet der es für lustig befand mich nach meinem Anschreiben per Email zu verspotten weil ich einen ungekürzten Feed verwende. Und er ja im Ausland sitze. Leider war das die Wahrheit, aber hier kam die htaccess Methode zur Anwendung.

2. Methode – Hoster anschreiben: Die meisten Contentdiebe benutzen wie erwähnt kostenlose Bloghoster oder Webbaukästen bei denen Sie ihre Anonymität ausleben können, den mit einer TLD ist das ja nicht möglich.  Manchmal haben diese Hoster ein einsehen und sperren die gemeldeten Inhalte. Hier solltet ihr wirklich detailiert alles wichtige beschreiben. Denn mittlerweile geht die Tendenz dahin die Hände schnell in Unschuld und Unwissen zu waschen wer der korrekte Urheber ist. Ein deutschsprachiger Webbaukasten mit dem ich bereits mehrfach aufgrund von Plagiaten zu tun hatte glänzt besonders schön mit Phrasen von Polizei und Anzeige und ignoriert vorgelegte Fakten.

3. Methode – Anzeige bei der Polizei: Diese Methode habe ich noch nicht angewandt, aber ich denke ich werde da künftig nicht mehr so zimperlich sein. Wer schon Erfahrungen bzgl. der Anzeige von Plagiaten, auch per Online-Anzeige, gesammelt hat darf sich gerne im Kommentarbereich auslassen.

4. Methode – Der Gang zum Anwalt: Auch diese Möglichkeit habe ich bisher noch nicht genutzt, aber schon einiges darüber gelesen. Blogger sind immer wieder die Ziele von Abmahnanwälten, warum also nicht mit gleiche Maßnahmen gegen Contentklau vorgehen? Zu diesem Thema habe ich eine interessante Geschichte aus dem Jahre 2003 gefunden. Jörg Kruse beschreibt dort seine Geschichte von Textklau und Abmahnung. Vor einiger Zeit ist mir ein Blog begegnet (Link nicht zur Hand) der geklaute Artikel mit 199 Euro in Rechnung stellt und Spamkommentare mit knapp 40 Euro wenn ich mich recht entsinne. Ob das funktioniert oder zumindest abschreckend wirkt?

5. Methode – Spam & Urheberrechtsverletzung bei Google melden: Geklaute Artikel erzeugen doppelten Content. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, kann aber vermutlich mit Gewissheit sagen das doppelter Content dem eigenen Blog schadet. Über die Google Webmaster Tools habt ihr die Möglichkeit Spam und Urheberrechtsverletzungen zu melden so dass die Plagiate aus dem Index entfernt werden und eurer Domain nicht schaden.

Gegen professionelle Artikeldiebe aus Osteuropa und Asien ist so gut wie kein Kraut gewachsen, ausser man nimmt es in Kauf den eigenen Feed zu kürzen und sich für Diebe wie Leser uninteressant zu machen. Es gibt natürlich einige Wege dem Dieb einen “reinzuwürgen”. Diese möchte ich hier allerdings nicht weiter ausführen, zum einen weil mir das Wissen fehlt, zum anderen weil das meiste wohl damit endet das man sich selbst strafbar macht.

Eine kleine Bitte: Wenn ihr Plagiate entdeckt meldet diese an die entsprechenden Blogger. Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen ;)

Wie geht ihr mit diesen Problemen um und könnt ihr etwas zu den von mir beschrieben Methoden berichten? Teilt jemand meine Erfahrung dass man den Spaß am Hobby verliert wenn man sich regelmäßig über Spam und Contentklau ärgern muss?

Foto: © www.BlickReflex.de / PIXELIO (modifiziert)

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